Der kon­sen­tier­te Ein­zel­rich­ter beim Finanz­ge­richt

Bei Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen des § 79a Abs. 3, 4 FGO hat der Bericht­erstat­ter zwar die Mög­lich­keit, Ent­schei­dun­gen allein zu tref­fen; denn nach die­ser Vor­schrift „kann“ er im Ein­ver­ständ­nis der Betei­lig­ten auch sonst anstel­le des Bun­des­fi­nanz­hofs ent­schei­den [1].

Der kon­sen­tier­te Ein­zel­rich­ter beim Finanz­ge­richt

Die­ses ein­ge­räum­te Ermes­sen hat der Bericht­erstat­ter bei der Fra­ge der Bestel­lung zum kon­sen­tier­ten Ein­zel­rich­ter pflicht­ge­mäß aus­zu­üben [2].

Die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung hat Aus­füh­run­gen dazu zu ent­hal­ten, wes­halb trotz der offen­sicht­li­chen und erheb­li­chen Schwie­rig­keit und Trag­wei­te des Streit­falls eine Ent­schei­dung durch den Bericht­erstat­ter sinn­vol­ler sein soll als durch den zustän­di­gen Bun­des­fi­nanz­hof des Finanz­ge­richt.

Zudem kann ange­sichts der tat­säch­li­chen und recht­li­chen Kom­ple­xi­tät des Streit­stoffs das Ermes­sen im Ein­zel­fall dahin­ge­hend redu­ziert sein, dass nur eine Ent­schei­dung durch den Bun­des­fi­nanz­hof als pflicht­ge­mäß erscheint.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 23. Febru­ar 2017 – IX B 2/​17

  1. BFH, Beschluss vom 09.07.2003 – IX B 34/​03, BFHE 202, 408, BStBl II 2003, 858[]
  2. vgl. zur Ermes­sens­aus­übung Gräber/​Stapperfend, a.a.O., § 79a Rz 30; Seer in Tipke/​Kruse, Abga­ben­ord­nung, Finanz­ge­richts­ord­nung, § 79a FGO Rz 17 f., m.w.N.[]