Der nicht erho­be­ne Zeu­gen­be­weis

Wird mit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de als Ver­fah­rens­feh­ler die Nicht­er­he­bung eines ange­bo­te­nen Zeu­gen­be­wei­ses gerügt, so genügt es nicht, wenn der Beschwer­de­füh­rer ledig­lich dar­legt, dass das Finanz­ge­richt einem ange­bo­te­nen Zeu­gen­be­weis nicht nach­ge­kom­men ist.

Der nicht erho­be­ne Zeu­gen­be­weis

Viel­mehr gehört zur ord­nungs­ge­mä­ßen "Dar­le­gung" eines Ver­fah­rens­feh­lers i.S. des § 116 Abs. 3 FGO auch der Vor­trag, dass nach der mate­ri­ell-recht­li­chen Rechts­auf­fas­sung des Finanz­ge­richt die Tat­sa­che, hin­sicht­lich der das Finanz­ge­richt kei­nen Zeu­gen­be­weis erho­ben hat, ent­schei­dungs­er­heb­lich ist und das Finanz­ge­richt bei sei­nem Urteil von einem ande­ren ‑den Beweis­an­trä­gen nicht ent­spre­chen­den- Sach­ver­halt aus­ge­gan­gen ist [1].

Denn ein Urteil kann nicht auf der feh­ler­haf­ten Gewin­nung der tat­säch­li­chen Grund­la­gen einer Ent­schei­dung beru­hen, wenn es auf die nach Auf­fas­sung des Beschwer­de­füh­rers feh­ler­haft gewon­ne­ne Fest­stel­lung nach der Rechts­auf­fas­sung des Finanz­ge­richt recht­lich nicht ankommt oder das Finanz­ge­richt dem Vor­trag des Klä­gers gefolgt ist [2].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 7. Febru­ar 2017 – V B 48/​16

  1. BFH, Urteil vom 07.07.1976 – I R 218/​74, BFHE 119, 274, BStBl II 1976, 621; BFH, Beschluss vom 15.02.2000 – X B 122/​99, BFH/​NV 2000, 1082[]
  2. Gräber/​Koch, Finanz­ge­richts­ord­nung, 8. Aufl., § 81 Rz 3[]