Der Steu­er­be­ra­ter und die Kla­ge­frist

Ein Steu­er­be­ra­ter muss sei­nen Man­dan­ten an den Ablauf der Kla­ge­frist erin­nern, wenn er die Ein­spruchs­ent­schei­dung des Finanz­amts nicht sofort an sei­nen Man­dan­ten wei­ter­lei­tet. Kommt er die­ser Ver­pflich­tung nicht nach und wird hier­durch die Kla­ge zu spät erho­ben, ist eine Wie­der­ein­set­zung wegen des sei­nem Man­dan­ten zuzu­rech­nen­den Ver­schul­dens des Steu­er­be­ra­ters nicht mög­lich.

Der Steu­er­be­ra­ter und die Kla­ge­frist

In einem jetzt vom Finanz­ge­richt Köln ent­schie­de­nen Rechts­streit hat­te das Finanz­amt die Ein­spruchs­ent­schei­dung dem emp­fangs­be­voll­mäch­tig­ten Steu­er­be­ra­ter des Klä­gers zuge­schickt. Die­ser hat­te die Ent­schei­dung dem Klä­ger erst zwei Wochen spä­ter über­sandt und dabei auf die Kla­ge­frist hin­ge­wie­sen. Da der Klä­ger zu die­sem Zeit­punkt zwei­ein­halb Wochen im Urlaub war, erhob er die Kla­ge erst nach Ablauf der ein­mo­na­ti­gen Kla­ge­frist.

Das Finanz­ge­richt Köln lehn­te mit sei­nem Urteil den Antrag auf Wie­der­ein­set­zung der Kla­ge­frist in den vori­gen Stand ab, da den Steu­er­be­ra­ter am Ver­säu­men der Kla­ge­frist ein Ver­schul­den tref­fe. Ein Steu­er­be­ra­ter dür­fe sich bei ver­zö­ger­ter Wei­ter­lei­tung der Ein­spruchs­ent­schei­dung nicht dar­auf beschrän­ken, auf die Kla­ge­frist hin­zu­wei­sen. Er müs­se sich viel­mehr aktiv um die Ein­hal­tung der Kla­ge­frist bemü­hen und not­falls vor­sorg­lich Kla­ge erhe­ben. Das Ver­schul­den des Steu­er­be­ra­ters sei dem Klä­ger zuzu­rech­nen.

Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 15. Dezem­ber 2009 – 12 K 3102/​09