Der Steu­er­be­scheid vom fal­schen Finanz­amt

Nach § 127 AO kann die Auf­he­bung eines Ver­wal­tungs­akts, der nicht nach § 125 AO nich­tig ist, nicht allein des­halb bean­sprucht wer­den, weil er unter Ver­let­zung von Vor­schrif­ten über die ört­li­che Zustän­dig­keit zustan­de gekom­men ist, wenn kei­ne ande­re Ent­schei­dung in der Sache hät­te getrof­fen wer­den kön­nen.

Der Steu­er­be­scheid vom fal­schen Finanz­amt

Der Rege­lung des § 127 AO ist der Rechts­ge­dan­ke imma­nent, dass das Inter­es­se an einer gesetz­mä­ßi­gen und gleich­mä­ßi­gen Steu­er­fest­set­zung das­je­ni­ge der Steu­er­pflich­ti­gen an einem for­mal recht­mä­ßi­gen Ver­fah­ren über­wiegt 1.

Des­halb soll gemäß § 127 AO die Auf­he­bung dann aus­ge­schlos­sen sein, wenn der Feh­ler für die Ent­schei­dung der Behör­de nicht kau­sal gewe­sen sein kann 2.

So lag der Fall in dem hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall: Der Fest­stel­lungs­be­scheid ist, soweit er lau­fen­de Ein­künf­te fest­stellt, mit der Maß­ga­be rich­tig, dass es sich dabei um Ein­künf­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung han­delt. Da der Bescheid inso­weit recht­mä­ßig ist und ein neu­er Fest­stel­lungs­be­scheid glei­chen Inhalts erge­hen müss­te, kön­nen die Klä­ge­rin­nen mit ihrem Begeh­ren in die­sem Punkt kei­nen Erfolg haben.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 29. März 2017 – VI R 82/​14

  1. BFH, Urteil vom 25.11.1997 – VIII R 4/​94, BFHE 184, 255, BSt­Bl II 1998, 461, unter II. 2.e[]
  2. BFH, Urteil vom 18.07.1985 – VI R 41/​81, BFHE 144, 240, BSt­Bl II 1986, 169, unter 2.[]