Der Tod des Klä­gers – und das finanz­ge­richt­li­che Verfahren

Zwar ist das Ver­fah­ren durch den Tod des Klä­gers gemäß § 155 Satz 1 FGO i.V.m. § 239 Abs. 1 ZPO kraft Geset­zes bis zur Auf­nah­me durch den Rechts­nach­fol­ger unter­bro­chen. Auf Antrag des Finanz­am­tes wird es aber gemäß § 155 Satz 1 FGO i.V.m. § 239 Abs. 2 bis 5 ZPO mit den Erben fortgeführt.

Der Tod des Klä­gers – und das finanz­ge­richt­li­che Verfahren

Dies gilt nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs auch, wenn die Allein­er­bing die Fort­füh­rung des Ver­fah­rens aus­drück­lich abge­lehnt. Denn dar­in liegt eine Ver­zö­ge­rung der Ver­fah­rens­auf­nah­me i.S. des § 239 Abs. 2 ZPO, da die Rechts­nach­fol­ge fest­steht und der Rechts­nach­fol­ger zur Auf­nah­me des Ver­fah­rens ver­pflich­tet ist1

Han­delt es sich bei dem Ver­fah­ren um ein Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren, über das der Bun­des­fi­nanz­hof durch Beschluss ohne münd­li­che Ver­hand­lung ent­schei­det (§ 116 Abs. 5 Satz 1 i.V.m. § 90 Abs. 1 Satz 2 FGO), ist auch eine Ladung der Allein­er­bin zur münd­li­chen Ver­hand­lung gemäß § 239 Abs. 3 ZPO nicht erfor­der­lich2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 8. Sep­tem­ber 2020 – I B 53/​19

  1. vgl. BFH, Urteil vom 20.11.2014 – IV R 1/​11, BFHE 248, 28, BStBl II 2017, 34[]
  2. vgl. auch BAG, Beschluss vom 13.04.2017 – 7 AZN 732/​16 (A), BAGE 159, 34[]

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