Der über­gan­ge­ne Beweis­an­trag

Über­geht das Finanz­ge­richt zu Unrecht einen von einem Betei­lig­ten i.S. des § 57 FGO gestell­ten Beweis­an­trag, kann dies einen Ver­stoß gegen die Sach­auf­klä­rungs­pflicht gemäß § 76 Abs. 1 Satz 1 FGO begrün­den.

Der über­gan­ge­ne Beweis­an­trag

Stellt ein Ver­fah­rens­be­tei­lig­ter einen ord­nungs­ge­mä­ßen Beweis­an­trag, dann ist das Finanz­ge­richt grund­sätz­lich ver­pflich­tet, ihm zu ent­spre­chen. Ein Beweis­an­trag darf u.a. nur dann abge­lehnt wer­den, wenn die Tat­sa­che, die bewie­sen wer­den soll, für die Ent­schei­dung uner­heb­lich ist, das Gericht die Wahr­heit der unter Beweis gestell­ten Tat­sa­che zuguns­ten des Beweis­an­trag­stel­lers unter­stellt oder wenn das Beweis­mit­tel völ­lig unge­eig­net ist 1.

Ein Finanz­ge­richt muss einem Beweis­an­trag nach­kom­men, wenn die­ser sub­stan­ti­iert ist 2. Ein Beweis­an­trag ist unsub­stan­ti­iert, wenn nicht ange­ge­ben wird, wel­che kon­kre­te Tat­sa­che durch wel­ches Beweis­mit­tel nach­ge­wie­sen wer­den soll 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 26. Juli 2016 – III B 148/​15

  1. BFH, Beschluss vom 18.11.2013 – III B 45/​12, BFH/​NV 2014, 342; Seer in Tipke/​Kruse, Abga­ben­ord­nung, Finanz­ge­richts­ord­nung, § 81 FGO Rz 45 ff., m.w.N. aus der BFH-Recht­spre­chung[]
  2. BFH, Beschlüs­se vom 13.08.2002 – VII B 267/​01, BFH/​NV 2003, 63; vom 17.03.2003 – VII B 269/​02, BFH/​NV 2003, 825; vom 02.03.2006 – XI B 79/​05, BFH/​NV 2006, 1132; Gräber/​Herbert, a.a.O., § 76 Rz 29, m.w.N.[]
  3. z.B. BFH, Beschluss vom 12.03.2014 – XI B 97/​13, BFH/​NV 2014, 1062[]