Die all­ge­mei­ne Leis­tungs­kla­ge gegen ein Finanzamt

Für das Rechts­schutz­be­dürf­nis einer all­ge­mei­nen Leis­tungs­kla­ge, durch die die Finanz­be­hör­de zur Zah­lung eines durch Abrech­nungs­be­scheid fest­ge­stell­ten Erstat­tungs­an­spruchs ver­ur­teilt wer­den soll, muss klä­ger­seits dar­ge­legt wer­den, dass die Finanz­be­hör­de im kon­kre­ten Streit­fall der sich aus dem Abrech­nungs­be­scheid erge­ben­den Zah­lungs­ver­pflich­tung nicht nach­kom­men werde.

Die all­ge­mei­ne Leis­tungs­kla­ge gegen ein Finanzamt

Da die Finanz­äm­ter der Ver­pflich­tung zur Zah­lung durch Abrech­nungs­be­scheid fest­ge­stell­ter Erstat­tungs­an­sprü­che im All­ge­mei­nen von sich aus nach­kom­men, muss klä­ger­seits dar­ge­legt wer­den, dass die Finanz­be­hör­de im kon­kre­ten Streit­fall der sich aus dem Abrech­nungs­be­scheid erge­ben­den Zah­lungs­ver­pflich­tung nicht nach­kom­men wer­de1.

Im vor­lie­gen­den Fall fehlt es an dies­be­züg­li­chem Vor­brin­gen der Klä­ge­rin. Es ist auch sonst nicht ersicht­lich, dass das Finanz­amt den Zah­lungs­an­spruch über 135, 19 €, den es nun­mehr ver­pflich­tet ist, durch Abrech­nungs­be­scheid fest­zu­stel­len, nicht erfül­len wird. Das Finanz­ge­richt und der BFH hat­ten das Finanz­amt in den bis­he­ri­gen Ver­fah­ren noch nicht ver­pflich­tet, einen Abrech­nungs­be­scheid zu erlas­sen, der eine Zah­lungs­pflicht aus­lös­te. Der Umstand, dass das Finanz­amt nach Abschluss des ers­ten Revi­si­ons­ver­fah­rens den Betrag von 349, 01 € nicht an die Klä­ge­rin aus­zahl­te, son­dern den Ein­kom­men­steu­er­be­scheid vom 21.04.2017 erließ, spricht eben­falls nicht gegen die grund­sätz­li­che Bereit­schaft des Finanz­amt, zuguns­ten der Klä­ge­rin fest­ge­stell­te Zah­lungs­an­sprü­che zu erfül­len. Viel­mehr hat das Finanz­amt nach Erge­hen die­ses Bescheids die sich dar­aus erge­ben­den Zah­lun­gen an die Klä­ge­rin ohne wei­te­res geleistet.

Der Umstand, dass das Finanz­amt mit dem (unwirk­sa­men) Ein­kom­men­steu­er­be­scheid vom 21.04.2017 ver­sucht hat­te, die sei­nes Erach­tens mate­ri­ell-recht­lich zutref­fen­de Ein­kom­men­steu­er fest­zu­set­zen, spricht eben­falls nicht gegen die Bereit­schaft des Finanz­amt, Zah­lungs­an­sprü­che der Klä­ge­rin auch ohne ein dies­be­züg­li­ches Leis­tungs­ur­teil zu erfüllen.

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Anrechnung ausländischer Körperschaftsteuer - Der Fall Meilicke

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 11. Febru­ar 2021 – VI R 37/​18

  1. s. BFH, Ent­schei­dun­gen vom 16.07.1980 – VII R 24/​77, BFHE 131, 158, BStBl II 1980, 632; und vom 13.07.1989 – IV B 44/​88, BFH/​NV 1990, 247[]