Die Bin­dung des Finanz­ge­richts an Vor­ga­ben des Bun­des­fi­nanz­hofs

Hebt der Bun­des­fi­nanz­hof ein Urteil des Finanz­ge­richts auf und ver­weist den Rechts­streit an das Finanz­ge­richt zurück, so hat sich das Finanz­ge­richt bei der Prü­fung des von ihm im zwei­ten Rechts­gang beur­teil­ten Sach­ver­hal­tes gemäß § 126 Abs. 5 FGO an die recht­li­che Beur­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs zu hal­ten. Den Sach­ver­halt zu beur­tei­len und zu wür­di­gen ist dage­gen Auf­ga­be der Tat­sa­chen­in­stanz auch im zwei­ten Rechts­gang. Das Finanz­ge­richt ist dabei ins­be­son­de­re nicht an die den Bun­des­fi­nanz­hof nach § 118 Abs. 2 FGO bin­den­den Fest­stel­lun­gen im ers­ten Rechts­gang gebun­den [1].

Die Bin­dung des Finanz­ge­richts an Vor­ga­ben des Bun­des­fi­nanz­hofs

Über­dies gilt die Bin­dungs­wir­kung nach § 126 Abs. 5 FGO nicht, wenn das FG im zwei­ten Rechts­gang ent­schei­dungs­er­heb­li­che Tat­sa­chen, die zu einer abwei­chen­den Beur­tei­lung füh­ren, erst­mals fest­stellt [2], und zwar auch dann nicht, wenn der geän­der­te Sach­ver­halt schon frü­her so vor­lag, aber erst im zwei­ten Rechts­gang fest­ge­stellt wird [3].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 21. März 2013 – VI B 155/​12

  1. Bergkem­per in HHSp, § 126 FGO Rz 77[]
  2. BFH, Beschluss in BFH/​NV 2012, 1626, m.w.N.[]
  3. BFH, Urteil vom 18.07.2007 – II R 34/​04[]