Die Finanz­ge­rich­te und der Anspruch auf ein fai­res Ver­fah­ren

Art. 6 Abs. 1 EMRK bestimmt u.a., dass jede Per­son ein Recht dar­auf hat, dass über Strei­tig­kei­ten in Bezug auf ihre zivil­recht­li­chen Ansprü­che und Ver­pflich­tun­gen oder über eine gegen sie erho­be­ne straf­recht­li­che Ankla­ge von einem unab­hän­gi­gen und unpar­tei­ischen, auf Gesetz beru­hen­den Gericht in einem fai­ren Ver­fah­ren, öffent­lich und inner­halb ange­mes­se­ner Frist ver­han­delt wird. Die­se Bestim­mung der EMRK ist, wie der Bun­des­fi­nanz­hof erneut betont, im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren nicht anwend­bar.

Die Finanz­ge­rich­te und der Anspruch auf ein fai­res Ver­fah­ren

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Men­schen­rech­te und des Bun­des­fi­nanz­hofs kann Art. 6 Abs. 1 EMRK, der das ver­fah­rens­recht­li­che Fair­ness­ge­bot regelt, auf­grund des öffent­lich-recht­li­chen Cha­rak­ters der Besteue­rung im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren kei­ne Anwen­dung fin­den kann [1].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 18. März 2013 – VII B 134/​12

  1. vgl. EGMR, Ent­schei­dun­gen vom 12.07.2001 – 44759/​98, NJW 2002, 3453; und vom 13.01.2005 – 62023/​00, Euro­päi­sche Grund­rech­te Zeit­schrift 2005, 234; sowie BFH, Beschlüs­se vom 21.02.2006 – I B 32/​05, BFH/​NV 2006, 1305; und vom 31.07.2003 IX E 6/​03, BFH/​NV 2003, 1603[]