Die gefax­te Ein­spruchs­ent­schei­dung

Die Über­sen­dung der Ein­spruchs­ent­schei­dung im Wege des – in der nord­rhein-west­fä­li­schen Finanz­ver­wal­tung übli­chen – sog. Fer­ra­ri-Fax-Ver­fah­rens führt auch ohne qua­li­fi­zier­te elek­tro­ni­sche Signa­tur zu einer wirk­sa­men Bekannt­ga­be und damit zur Ingang­set­zung der Kla­ge­frist.

Die gefax­te Ein­spruchs­ent­schei­dung

Bei der Über­sen­dung eines Ver­wal­tungs­ak­tes, wie vor­lie­gend der strei­ti­gen Ein­spruchs­ent­schei­dung, im Wege des sog. Fer­ra­ri-Fax-Ver­fah­rens han­delt es sich nicht um die Über­sen­dung eines elek­tro­ni­schen Doku­ments, son­dern um eine Über­sen­dung per Tele­fax, das die gesetz­lich gebo­te­ne Schrift­form für behörd­li­che und gericht­li­che Ent­schei­dun­gen wahrt. Einer elek­tro­ni­schen Signa­tur i.S. des § 87a Abs. 4 AO bedurf­te es des­halb nicht 1.

Anders als in dem in BFHE 245, 484, BSt­Bl II 2014, 748 zu beur­tei­len­den Fall stellt sich im hier vor­lie­gen­den Fall die Pro­ble­ma­tik, ob die wirk­sa­me Bekannt­ga­be einer Ver­kör­pe­rung durch einen ent­spre­chen­den Aus­druck bedarf, nicht. Es ist unstrei­tig, dass der Ver­fah­rens­be­voll­mmäch­tig­te die über sein Tele­fax­ge­rät emp­fan­ge­ne Ein­spruchs­ent­schei­dung aus­ge­druckt und dem Man­dan­ten zuge­lei­tet hat. Strei­tig war allein die Fra­ge, wann die Wei­ter­lei­tung durch den Rechts­an­walt und der Zugang beim Man­dan­ten erfolg­ten.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 9. Dezem­ber 2014 – X R 45/​11

  1. vgl. BFH, Urteil vom 18.03.2014 – VIII R 9/​10, BFHE 245, 484, BSt­Bl II 2014, 748, unter II. 1.[]