Die Gre­zen der rich­ter­li­chen Hin­weis­pflicht

Die rich­ter­li­che Hin­weis­pflicht76 Abs. 2 FGO) oll in ers­ter Linie zur Gewähr­leis­tung eines fai­ren Ver­fah­rens, zur Wah­rung des Anspruchs auf recht­li­ches Gehör und zur Ver­mei­dung von Über­ra­schungs­ent­schei­dun­gen Schutz und Hil­fe­stel­lung für den Betei­lig­ten geben, ohne dass indes­sen des­sen Eigen­ver­ant­wort­lich­keit dadurch ein­ge­schränkt oder besei­tigt wird.

Die Gre­zen der rich­ter­li­chen Hin­weis­pflicht

Die Rechts­ver­wirk­li­chung soll grund­sätz­lich nicht an der Unkennt­nis, Uner­fah­ren­heit oder Unbe­hol­fen­heit des Rechts­su­chen­den schei­tern.

Daher sind indi­vi­du­el­le, von Fall zu Fall zu bestim­men­de Maß­stä­be an die Beach­tung der Hin­weis­pflicht anzu­le­gen, die ent­schei­dend auch von der Rechts­kun­de der Betei­lig­ten, im Wesent­li­chen also davon, ob die­se fach­kun­dig ver­tre­ten sind, abhän­gen [1].

Es ist nicht Auf­ga­be des Gerichts, die Betei­lig­ten auf für sie güns­ti­ge in Betracht kom­men­de tat­säch­li­che Umstän­de auf­merk­sam zu machen [2].Es ist nicht Auf­ga­be des Gerichts, die Betei­lig­ten auf für sie güns­ti­ge in Betracht kom­men­de tat­säch­li­che Umstän­de auf­merk­sam zu machen [2].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 29. März 2016 – I B 99/​14

  1. vgl. BFH, Beschlüs­se vom 04.11.2003 – VII B 171/​03, BFH/​NV 2004, 357; vom 28.01.2004 – VII B 82/​03, BFH/​NV 2004, 800; vom 26.04.2005 – VII B 10/​05, BFH/​NV 2005, 1362[]
  2. vgl. BFH, Beschlüs­se vom 12.07.2012 – I B 131/​11, BFH/​NV 2012, 1815; vom 01.12 2011 – I B 80/​11, BFH/​NV 2012, 954[][]