Die hilfs­wei­se ein­ge­leg­ten Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de

Eine hilfs­wei­se ein­ge­leg­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ("Revi­si­on hilfs­wei­se Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de") ist als unzu­läs­sig zu ver­wer­fen. Es han­delt sich inso­weit um ein bedingt ein­ge­leg­tes Rechts­mit­tel, das wegen der im Pro­zess­recht erfor­der­li­chen Klar­heit über das Schwe­ben oder Nicht­schwe­ben eines Rechts­streits als unzu­läs­sig anzu­se­hen ist 1.

Die hilfs­wei­se ein­ge­leg­ten Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de

Dem steht nicht ent­ge­gen, dass Revi­si­on und Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de bezüg­lich ihrer Zuläs­sig­keit not­wen­dig in einem gegen­sei­ti­gen inner­pro­zes­sua­len Bedin­gungs­ver­hält­nis ste­hen und Hin­wei­se in der Rechts­mit­tel­schrift ledig­lich auf die­ses Bedin­gungs­ver­hält­nis es allein noch nicht recht­fer­ti­gen, das Rechts­mit­tel als unter einer Bedin­gung ein­ge­legt anzu­se­hen 2.

Denn die durch einen fach­kun­di­gen Pro­zess­ver­tre­ter ver­tre­te­ne Klä­ge­rin hat mit den zitier­ten For­mu­lie­run­gen in ihrer Rechts­mit­tel­schrift nicht ledig­lich auf das inner­pro­zes­sua­le Bedin­gungs­ver­hält­nis hin­wei­sen und zur Ver­mei­dung pro­zes­sua­ler Nach­tei­le vor­sorg­lich und unbe­dingt bei­de Rechts­mit­tel ein­le­gen wol­len. Der Rechts­mit­tel­schrift ist viel­mehr zu ent­neh­men, dass sie vom Bun­des­fi­nanz­hof zunächst eine Prü­fung der Zuläs­sig­keit der Revi­si­on und im Fal­le einer posi­ti­ven Ent­schei­dung kein wei­te­res Ein­ge­hen auf die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de erwar­tet hat.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 27. März 2013 – I R 71/​12

  1. vgl. BFH-Beschlüs­se vom 22.06.1982 – VII B 115/​81, BFHE 136, 70, BSt­Bl II 1982, 603; vom 06.06.1989 – VII B 16/​89, BFH/​NV 1990, 117; vom 19.11.1985 – VII B 70/​85, BFH/​NV 1986, 344; vom 26.03.2001 – III R 46/​00, BFH/​NV 2001, 1137[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.10.1975 – 2 BvR 630/​73, BVerfGE 40, 272, BSt­Bl II 1976, 271; BFH, Beschluss vom 17.03.1988 – VII B 192/​87, BFH/​NV 1988, 720[]