Die nicht bean­trag­te Beweis­erhe­bung

Im Hin­blick dar­auf, dass die Klä­ge­rin in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Finanz­ge­richt das Unter­blei­ben der Beweis­erhe­bung nicht gerügt hat, ist der zudem von ihr gel­tend gemach­te Ver­fah­rens­feh­ler im Revi­si­ons­ver­fah­ren unbe­acht­lich.

Die nicht bean­trag­te Beweis­erhe­bung

Hat die Klä­ge­rin aus­weis­lich der Sit­zungs­nie­der­schrift in der münd­li­chen Ver­hand­lung kei­ne Beweis­an­trä­ge gestellt und das Unter­blei­ben einer Beweis­erhe­bung auch nicht gerügt, hat sie damit ihr Rüge­recht ver­lo­ren.

Der im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren gel­ten­de Unter­su­chungs­grund­satz ist eine Ver­fah­rens­vor­schrift, auf deren Ein­hal­tung ein Betei­lig­ter aus­drück­lich oder durch Unter­las­sen einer Rüge ver­zich­ten kann (§ 155 FGO i.V.m. § 295 ZPO). Das Unter­las­sen der recht­zei­ti­gen Rüge hat den end­gül­ti­gen Rüge­ver­lust zur Fol­ge 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 2. August 2018 – V R 6/​16

  1. z.B. BFH, Urteil vom 16.01.2018 – VI R 2/​16, BFH/​NV 2018, 712, unter II. 2.d[]