Die Pfän­dung in der Garage

Eine in unmit­tel­ba­rer Nähe zur eigent­li­chen Woh­nung gele­ge­ne, pri­vat genutz­te Gara­ge fällt unter den Begriff der „Woh­nung“ i.S. des § 287 Abs. 4 Satz 1 AO. Für die gewalt­sa­me Öff­nung und für das Durch­su­chen einer der­ar­ti­gen Gara­ge mit dem Ziel, pfänd­ba­re Gegen­stän­de auf­zu­fin­den, ist eine rich­ter­li­che Anord­nung erfor­der­lich, wenn weder die Ein­wil­li­gung des Voll­stre­ckungs­schuld­ners noch Gefahr im Ver­zug vor­lie­gen (§ 287 Abs. 4 AO).

Die Pfän­dung in der Garage

Für das Durch­su­chen der Gara­ge des (Steuer-)Schuldners mit dem Ziel, pfänd­ba­re Gegen­stän­de auf­zu­fin­den, ist eine rich­ter­li­che Anord­nung erfor­der­lich, wenn weder eine Ein­wil­li­gung des Klä­gers (vgl. § 287 Abs. 4 Satz 1 AO) noch Gefahr im Ver­zug vor­lie­gen (§ 287 Abs. 4 Satz 2 AO) und die vor­he­ri­ge Ein­ho­lung der Anord­nung mög­lich ist, ohne den Durch­su­chungs­er­folg zu gefährden.

Auch eine in unmit­tel­ba­rer Nähe zur eigent­li­chen Woh­nung gele­ge­ne, pri­vat genutz­te Gara­ge fällt unter den Begriff der „Woh­nung“ i.S. des § 287 Abs. 4 Satz 1 AO [1].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 15. Okto­ber 2019 – VII R 6/​18

  1. BVerfG, Urteil vom 13.10.1971 – 1 BvR 280/​66, BVerfGE 32, 54, Rz 45, zum Begriff „räum­li­che Pri­vat­sphä­re“; BGH, Urteil vom 17.07.2009 – V ZR 95/​08, Woh­nungs­wirt­schaft und Miet­recht 2009, 539, zu § 144 Abs. 1 Satz 3 ZPO in Bezug auf als „Neben­ge­bäu­de“ anzu­se­hen­de Gara­gen; Sei­ler in Thomas/​Putzo, Zivil­pro­zess­ord­nung, 40. Aufl., § 758a Rz 7; Zöller/​Seibel, ZPO, 32. Aufl., § 758a Rz 4[]

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