Die Pflicht des Finanz­ge­richts zur Sach­auf­klä­rung

Die Rüge, das Finanz­ge­richt habe sei­ne Pflicht zur Sach­auf­klä­rung (§ 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) ver­letzt, erfor­dert Aus­füh­run­gen dazu, wel­che Tat­sa­chen das Finanz­ge­richt hät­te auf­klä­ren und wel­che Bewei­se es hät­te erhe­ben müs­sen, aus wel­chen Grün­den sich die Not­wen­dig­keit einer Auf­klä­rung hät­te auf­drän­gen müs­sen, wel­che ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Tat­sa­chen sich vor­aus­sicht­lich erge­ben hät­ten und inwie­weit die wei­te­re Auf­klä­rung auf der Grund­la­ge des mate­ri­ell-recht­li­chen Stand­punkts des Finanz­ge­richt zu einer ande­ren Ent­schei­dung hät­te füh­ren kön­nen [1].

Die Pflicht des Finanz­ge­richts zur Sach­auf­klä­rung

Dar­über hin­aus muss zumin­dest der rechts­kun­di­ge Beschwer­de­füh­rer vor­ge­tra­gen, war­um er nicht von sich aus auf eine ent­spre­chen­de Beweis­erhe­bung hin­ge­wirkt hat [2].

Dage­gen war im hier ent­schie­de­nen Streit­fall der klä­ge­ri­sche Vor­trag, die "vom Finanz­ge­richt als feh­lend gerüg­ten Tat­sa­chen … (sei­en) den Ver­fah­rens­ak­ten, ins­be­son­de­re den steu­er­li­chen Erklä­run­gen zu ent­neh­men", für den Bun­des­fi­nanz­hof nicht nach­voll­zieh­bar. Denn der Streit betraf die Schät­zung des Finanz­amt, so dass der Klä­ger z.B. Tat­sa­chen zur Ord­nungs­mä­ßig­keit und Voll­stän­dig­keit der Auf­zeich­nun­gen (Schät­zungs­be­fug­nis dem Grun­de nach, vgl. § 162 AO) oder zur Höhe der Schät­zung hät­te vor­tra­gen müs­sen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 28. Juni 2017 – III B 90/​16

  1. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 24.08.2012 – III B 21/​12, BFH/​NV 2012, 1973; vom 03.05.2014 – III B 25/​13, BFH/​NV 2014, 1235[]
  2. z.B. BFH, Beschluss vom 07.12 2010 – III B 33/​10, BFH/​NV 2011, 433[]