Die Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers vor dem Finanz­ge­richt

Der Tes­ta­ments­voll­stre­cker ist vor dem Finanz­ge­richt pro­zess­füh­rungs­be­fugt, wenn die strei­ti­ge Steu­er­schuld Teil des Nach­las­ses sind.

Die Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers vor dem Finanz­ge­richt

Die Rege­lung zur Gesamt­rechts­nach­fol­ge in § 45 Abs. 2 AO ver­weist für die aus dem Nach­lass zu ent­rich­ten­den abga­ben­recht­li­chen Schul­den auf die bür­ger­lich-recht­li­chen Vor­schrif­ten. Nach § 2213 BGB kön­nen Ansprü­che, die sich gegen den Nach­lass rich­ten, wenn und solan­ge der Tes­ta­ments­voll­stre­cker den gan­zen Nach­lass ver­wal­tet, sowohl gegen die Erben als auch gegen den Tes­ta­ments­voll­stre­cker gel­tend gemacht wer­den.

§ 2213 BGB betrifft dabei alle Nach­lass­ver­bind­lich­kei­ten und die Pas­siv­le­gi­ti­ma­ti­on für alle Ver­fah­ren, gleich wel­cher Ver­fah­rens­art oder wel­cher Gerichts­bar­keit1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 22. August 2018 – II R 51/​15

  1. BFH, Urteil vom 30.09.1987 – II R 42/​84, BFHE 151, 460, BSt­Bl II 1988, 120 []