Die Schät­zung des Finanz­ge­richts – und die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de

Sofern der Unter­neh­mer die Höhe des geschätz­ten Roh­ge­winn­auf­schlag­sat­zes wie auch die Art und Wei­se der Plau­si­bi­li­täts­prü­fung des Finanz­ge­richt rügt, rich­tet sich sein Vor­brin­gen gegen die Rich­tig­keit der Schät­zung. Die Rüge der fal­schen Rechts­an­wen­dung und tat­säch­li­chen Wür­di­gung des Streit­falls durch das Finanz­ge­richt im Rah­men einer Schät­zung ist im Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren grund­sätz­lich unbe­acht­lich.

Die Schät­zung des Finanz­ge­richts – und die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de

Dies gilt ins­be­son­de­re für Ein­wen­dun­gen gegen die Rich­tig­keit von Steu­er­schät­zun­gen (Ver­stö­ße gegen aner­kann­te Schät­zungs­grund­sät­ze, Denk­ge­set­ze und Erfah­rungs­sät­ze sowie mate­ri­el­le Rechts­feh­ler) 1.

Ein zur Zulas­sung der Revi­si­on berech­ti­gen­der erheb­li­cher Rechts­feh­ler auf­grund objek­ti­ver Will­kür kann allen­falls in Fäl­len bejaht wer­den, in denen das Schät­zungs­er­geb­nis des Finanz­ge­richt wirt­schaft­lich unmög­lich und damit schlecht­hin unver­tret­bar ist. Ein Ver­stoß gegen Denk­ge­set­ze führt bei Schät­zun­gen erst zur Zulas­sung der Revi­si­on wegen will­kür­lich fal­scher Rechts­an­wen­dung, wenn sich das Ergeb­nis als offen­sicht­lich rea­li­täts­fremd dar­stellt 2.

Dies ist nicht der Fall, wenn sich das Schät­zungs­er­geb­nis inner­halb bzw. nur sehr leicht ober­halb der Richt­sät­ze der amt­li­chen Richt­satz­samm­lung der jewei­li­gen Streit­jah­re (hier: für Gast- und Spei­se­wirt­schaf­ten; 2006: 144 bis 317; 2007 bis 2009: 170 bis 335; 2010 bis 2012: 186 bis 400) bewegt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 11. Janu­ar 2017 – X B 104/​16

  1. vgl. z.B. BFH, Beschluss vom 21.01.2009 – X B 125/​08, BFH/​NV 2009, 951[]
  2. BFH, Beschluss in BFH/​NV 2009, 951[]