Die unzu­rei­chen­de Zeu­gen­be­fra­gung

Mit der Rüge einer Ver­let­zung der Sach­auf­klä­rungs­pflicht durch unzu­rei­chen­de Befra­gung eines Zeu­gen hat­te sich aktu­ell der Bun­des­fi­nanz­hof zu befas­sen:

Die unzu­rei­chen­de Zeu­gen­be­fra­gung

Wird mit der Rüge man­geln­der Sach­auf­klä­rung gel­tend gemacht, das Finanz­ge­richt habe einen Beweis­an­trag über­gan­gen, so muss u.a. dar­ge­legt wer­den, dass die Nicht­er­he­bung des ange­bo­te­nen Bewei­ses in der münd­li­chen Ver­hand­lung gerügt wur­de oder wes­halb die­se Rüge nicht mög­lich war [1].

Nach § 83 FGO kön­nen die Betei­lig­ten u.a. an Zeu­gen sach­dien­li­che Fra­gen rich­ten. Weist das Finanz­ge­richt eine sol­che Fra­ge zu Unrecht zurück, liegt dar­in ein Ver­fah­rens­man­gel i.S. des § 119 Nr. 3 FGO (Ver­let­zung des Anspruchs auf recht­li­ches Gehör), der mit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de gerügt wer­den kann. Dem in § 83 FGO eröff­ne­ten Fra­ge­recht ent­spricht auf der Sei­te des Betei­lig­ten in bestimm­tem Umfang die Pflicht, aktiv am Pro­zess mit­zu­wir­ken und gege­be­nen­falls selbst Fra­gen zu stel­len [2].

Ver­zich­tet ein Betei­lig­ter (aus­drück­lich oder still­schwei­gend) auf sein Fra­ge­recht, führt dies grund­sätz­lich zum Ver­lust des Rüge­rechts (vgl. § 155 FGO i.V.m. § 295 ZPO) [3].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 29. Janu­ar 2014 – III B 106/​13

  1. vgl. etwa BFH, Beschluss vom 18.03.2013 – III B 143/​12, BFH/​NV 2013, 963[]
  2. BFH, Beschluss vom 28.01.1993 – X B 80/​92, BFH/​NV 1994, 108, m.w.N.[]
  3. z.B. Gräber/​Koch, a.a.O., § 83 Rz 6[]