Die unter­blie­be­ne Zeu­gen­ver­neh­mung – und die Sach­auf­klä­rungs­pflicht des Gerichts

Ein Ver­stoß gegen die Sach­auf­klä­rungs­pflicht nach § 76 Abs. 1 FGO liegt nur vor, wenn das Gericht eine kon­kre­te Mög­lich­keit, den von sei­nem Rechts­stand­punkt aus ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Sach­ver­halt auf­zu­klä­ren, nicht genutzt hat, obwohl sich ihm die Not­wen­dig­keit der ‑wei­te­ren- Auf­klä­rung nach Lage der Akten, dem Betei­lig­ten­vor­brin­gen, oder sons­ti­ger Umstän­de hät­te auf­drän­gen müs­sen.

Die unter­blie­be­ne Zeu­gen­ver­neh­mung – und die Sach­auf­klä­rungs­pflicht des Gerichts

Dies ist hin­sicht­lich der unter­blie­be­nen Ver­neh­mung eines Zeu­gen nicht der Fall, wenn die Betei­lig­ten auf die Durch­füh­rung einer münd­li­chen Ver­hand­lung ver­zich­tet haben und der durch einen Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten ver­tre­te­ne Klä­ger kei­nen Beweis­an­trag gestellt hat, so dass sich dem Finanz­ge­richt die Ver­neh­mung von Zeu­gen nicht auf­drän­gen muss­te 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 4. Okto­ber 2016 – II B 24/​16

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 16.02.2011 – X B 133/​10, BFH/​NV 2011, 995, Rz 4 und 6[]