Diver­genz – und die Revi­si­ons­be­grün­dung

Ergibt sich aus den Ent­schei­dungs­grün­den des finanz­ge­richt­li­chen Urteils, dass das Gericht von einer bestimm­ten höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung abge­wi­chen ist und will der Revi­si­ons­klä­ger die­se Abwei­chung rügen, so reicht es als Revi­si­ons­be­grün­dung i.S. von § 120 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a FGO aus, wenn die Abwei­chung dar­ge­stellt und dar­auf hin­ge­wie­sen wird, dass der Revi­si­ons­klä­ger sich der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung anschließt 1.

Diver­genz – und die Revi­si­ons­be­grün­dung

So lag der Fall auch in dem hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall: Das Finanz­amt hat in der Revi­si­ons­be­grün­dung aus­ge­führt, dass nach sei­ner Rechts­auf­fas­sung die Ände­rung der streit­ge­gen­ständ­li­chen Umsatz­steu­er­be­schei­de für 1992 bis 1998 aus­ge­schlos­sen sei, da der Ablauf der Fest­set­zungs­frist im Streit­fall nicht nach § 171 Abs. 10 AO gehemmt wer­de. Es beruft sich zur Begrün­dung auf das BFH, Urteil in BFHE 240, 487, BSt­Bl II 2013, 529, von dem das Finanz­ge­richt in sei­nem Urteil aus­drück­lich abweicht, und setzt sich zudem mit ein­zel­nen Aspek­ten der Begrün­dung des Finanz­ge­richt aus­ein­an­der. Damit sind die gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen des § 120 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a FGO an eine Revi­si­ons­be­grün­dung erfüllt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. April 2016 – XI R 6/​14

  1. vgl. z.B. BFH, Urteil vom 08.05.1985 – I R 108/​81, BFHE 144, 40, BSt­Bl II 1985, 523, unter II.A., Rz 10; Lan­ge in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, § 120 FGO Rz 196[]