Anfech­tungs­kla­ge – und die gel­tend gemach­te Rechts­ver­let­zung

Nach § 40 Abs. 2 FGO ist eine Anfech­tungs­kla­ge nur zuläs­sig, wenn der Klä­ger gel­tend macht, durch den ange­foch­te­nen Ver­wal­tungs­akt in sei­nen Rech­ten ver­letzt zu sein.

Anfech­tungs­kla­ge – und die gel­tend gemach­te Rechts­ver­let­zung

Eine sol­che Rechts­ver­let­zung liegt grund­sätz­lich nur vor, wenn gel­tend gemacht wird, der Gewinn sei zu hoch oder der Ver­lust zu nied­rig fest­ge­stellt wor­den 1.

Meh­re­re Bei­spie­le, wann dies ‑außer bei "Null-Beschei­den"- nicht der Fall ist, lie­fer­te jetzt ein vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­ner Streit­fall:

Hin­sicht­lich der Kör­per­schaft­steu­er­be­schei­de 2011 und 2012, des Gewer­be­steu­er­mess­be­scheids 2011 sowie der geson­der­ten Fest­stel­lung des vor­trags­fä­hi­gen Gewer­be­ver­lus­tes auf den 31.12 2012 konn­ten die Klä­ger im hier ent­schie­de­nen Streit­fall nicht gel­tend machen, dass die­se sie in ihren Rech­ten ver­let­zen: In die­sen Beschei­den wird das von den Klä­gern zum 1.01.2010 ein­ge­brach­te Betriebs­ver­mö­gen nicht mit dem Buch­wert, son­dern mit einem höhe­ren Wert ange­setzt. Dies führt im Ergeb­nis dazu, dass auch für die Bei­gela­de­ne selbst in den Ver­an­la­gungs­zeit­räu­men 2011 und 2012 kei­ne steu­er­li­che Mehr­be­las­tung ein­tritt, son­dern ein höhe­res Abschrei­bungs­vo­lu­men zur Ver­fü­gung steht.

Auch hin­sicht­lich des Gewer­be­steu­er­mess­be­scheids 2010 war für den Bun­des­fi­nanz­hof kei­ne Ver­let­zung der klä­ge­ri­schen Rech­te erkenn­bar: Nach § 7 Satz 2 Nr. 2 GewStG gehört zum Gewer­be­er­trag auch der Gewinn aus der Ver­äu­ße­rung oder Auf­ga­be des Anteils eines Gesell­schaf­ters, der als Unter­neh­mer (Mit­un­ter­neh­mer) des Betriebs einer Mit­un­ter­neh­mer­schaft anzu­se­hen ist, soweit er nicht ‑wie im Streit­fall- auf eine natür­li­che Per­son als unmit­tel­bar betei­lig­ter Mit­un­ter­neh­mer ent­fällt. Da die Ein­brin­gung ihrer Mit­un­ter­neh­mer­an­tei­le nicht der Gewer­be­steu­er unter­lag, ist es bereits aus die­sem Grund aus­ge­schlos­sen, dass der gegen die Bei­gela­de­ne erlas­se­ne Gewer­be­steu­er­mess­be­scheid 2010 die Rech­te der Klä­ger ver­letzt 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 13. Sep­tem­ber 2018 – I R 19/​16

  1. BFH, Urteil vom 05.11.2009 – IV R 40/​07, BFHE 227, 354, BSt­Bl II 2010, 720, m.w.N.[]
  2. vgl. Her­ling­haus in Rödder/​Herlinghaus/​van Lishaut, UmwStG, 2. Aufl., § 20 Rz 214c; Blümich/​Nitzschke, § 20 UmwStG 2006 Rz 105[]