Betriebs­prü­fung: Was darf der Prüfer?

Unter­neh­mer sowie auch Ein­kom­mens­mil­lio­nä­re müs­sen damit rech­nen, dass das Finanz­amt eine soge­nann­te Außen­prü­fung, wie die Betriebs­prü­fung eigent­lich heißt, anord­net. Die­se steu­er­li­che Betriebs­prü­fung ist dazu da, um die Rich­tig­keit und Voll­stän­dig­keit der erklär­ten Steu­er­ar­ten zu über­prü­fen. Das Ziel: etwai­ge Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen zu ent­de­cken. Die­se Außen­prü­fun­gen wer­den manch­mal stich­pro­ben­ar­tig durch­ge­führt, aber auch im Ver­dachts­fall nach einer Mel­dung durch Drit­te. Vie­le Unter­neh­mer füh­len sich in die­ser Situa­ti­on aus­ge­lie­fert, ken­nen ihre Rech­te nicht und wis­sen auch nicht, was der Prü­fer über­haupt darf oder was zu Tabu ist. Die­ser Arti­kel ver­schafft Ihnen einen Über­blick über das Pro­ze­de­re und die Rech­te des Prüfers.

Betriebs­prü­fung: Was darf der Prüfer?

Betriebs­prü­fung muss ange­kün­digt werden

Häu­fig befürch­ten Unter­neh­mer, dass der Betriebs­prü­fer plötz­lich in der Fir­ma auf­taucht und damit anfängt, sich Zugang zu Unter­la­gen aller Art zu ver­schaf­fen. Das ist ein Irr­glau­be. Das Finanz­amt muss eine Unter­su­chung Ihrer Bücher anord­nen und Ihnen den Bescheid dar­über über­mit­teln. Es lohnt sich, die­se Ankün­di­gung sorg­fäl­tig durch­zu­le­sen, denn sie ent­hält wert­vol­le Infor­ma­tio­nen. Datum und Zeit­punkt der steu­er­li­chen Prü­fung sowie die zu prü­fen­den Betriebs­jah­re kön­nen Sie dem Schrei­ben ent­neh­men. Zudem legt das Finanz­amt nicht zwangs­läu­fig eine all­um­fas­sen­de Kon­trol­le fest, son­dern beschränkt die Prü­fung oft auf bestimm­te Steu­er­ar­ten – infor­mie­ren Sie sich also dar­über, ob es bei­spiels­wei­se um die Ein­kom­mens­steu­er, um die Gewer­be­steu­er oder auch um die Umsatz­steu­er geht. Auch über Ihre Rech­te, zum Bei­spiel über Ihr Ein­spruchs­recht, wer­den Sie im Bescheid auf­ge­klärt. Berei­ten Sie dem Prü­fer am ange­kün­dig­ten Tag einen Schreib­tisch vor, an dem er arbei­ten kann. Ist dies nicht umsetz­bar, kann die­ser die Prü­fung aber auch bei Ihrem Steu­er­be­ra­ter oder am eige­nen Schreib­tisch im Amt durch­füh­ren. Den­noch hat er das Recht, sich in Ihrem Unter­neh­men umzusehen.

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Um bei einer Außen­prü­fung nicht befürch­ten zu müs­sen, emp­fiehlt sich eine mög­lichst sau­be­re Buch­füh­rung – zum Bei­spiel durch den pro­fes­sio­nel­len Lohn­buch­hal­ter in Ber­lin. Wer­den all Ihre Buchun­gen gut betreut, sinkt das Feh­ler­po­ten­ti­al maß­geb­lich. So kommt der Prü­fer bei der Kon­trol­le außer­dem schnell voran.

Unan­ge­kün­dig­te Prüfung

Was tun, wenn der Prü­fer trotz­dem über­ra­schend vor der Türe steht? Auch das kann rech­tens sein. In die­sem Fall muss der Prü­fung aber ein kon­kre­ter Vor­wurf vor­an­ge­gan­gen sein. Das ist der Fall, wenn beim Finanz­amt eine Mani­pu­la­ti­on der Geschäfts­bü­cher gemel­det wur­de. Auf­grund der Ver­dun­ke­lungs­ge­fahr darf der Prü­fer dann auch unan­ge­mel­det erschei­nen. In die­sem Fall haben Sie kein Anrecht auf einen Einspruch.

Der Betriebs­prü­fer darf sich im Unter­neh­men umsehen

Wer denkt, es rei­che aus, dem Prü­fer Ord­ner und Unter­neh­mens­zah­len vor­zu­le­gen, irrt. Tat­säch­lich darf der Betriebs­prü­fer sich das gesam­te Unter­neh­men anse­hen. Dabei darf er sich auch mit Mit­ar­bei­tern unter­hal­ten, die dann auch aus­kunfts­pflich­tig sind. Die­se Pflicht ent­fällt nur dann, wenn es eine kon­kre­te Anzei­ge gibt. In die­sem Fall muss sich weder der Unter­neh­mer noch ein Mit­ar­bei­ter selbst belasten.

Das Pri­vat­le­ben des Unter­neh­mers ist für den Prü­fer des Finanz­amts übri­gens Tabu. Die­ser hat daher kein Recht auf das Betre­ten von Privatwohnungen.

Sie dür­fen gegen die Betriebs­prü­fung Ein­spruch erheben

Sind Sie der Mei­nung, dass die Prü­fung unbe­grün­det, unfair oder gar unzu­läs­sig ist, kön­nen Sie nach Ein­gang der Ankün­di­gung Ein­spruch ein­le­gen. Theo­re­tisch steht Ihnen das frei, prak­tisch ist es aber schwie­rig neben Form­feh­lern in der Ankün­di­gung aus­rei­chen­de Grün­de zu fin­den, die gegen eine Kon­trol­le sprechen.

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Wenn Sie Ein­spruch ein­le­gen, dür­fen Sie es nicht ver­säu­men, auch die Aus­set­zung der Voll­zie­hung zu bean­tra­gen. Ver­ges­sen Sie dies, wird der Außen­prü­fer sehr wahr­schein­lich den­noch zum ange­mel­de­ten Ter­min im Betrieb erscheinen.

Rat­schlag: Geben Sie kei­ne Unter­la­gen unauf­ge­for­dert heraus

Wer nichts zu ver­ber­gen hat, möch­te dies in der Regel auch bewei­sen. Vie­le Unter­neh­mer den­ken des­halb, es sei vor­teil­haft, dem Prü­fer sämt­li­che Unter­neh­mens­un­ter­la­gen und Bücher unauf­ge­for­dert bereit­zu­stel­len. Auch wenn Sie noch so sau­ber arbei­ten, kann es immer wie­der zu klei­nen Unge­reimt­hei­ten oder Feh­lern in der Buch­hal­tung kom­men. Gewäh­ren Sie dem Prü­fer all­um­fas­sen­den Ein­blick, kann es pas­sie­ren, dass die­ser auf eben­sol­che Faux­pas stößt. Auch wenn die­se nichts mit den Inhal­ten der lau­fen­den Prü­fung zu tun haben, wer­den sie im Moment des Ent­de­ckens zum Prü­fungs­ge­gen­stand. So kann das Finanz­amt Feh­ler ahn­den, die anders wahr­schein­lich nicht ein­mal auf­ge­fal­len wären. Sol­che zufäl­li­gen Fun­de zie­hen außer­dem oft Fol­ge­un­ter­su­chun­gen nach sich.

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