Das Tele­fax – und die Unter­schrift auf der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung

Dem Unter­schrifter­for­der­nis auf der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung kann auch dadurch Genü­ge getan wer­den, dass der Steu­er­pflich­ti­ge die Erklä­rung unter­schreibt und anschlie­ßend über sei­nen Bevoll­mäch­tig­ten eine (Tele-) Kopie der unter­schrie­be­nen Erklä­rung vor­le­gen lässt. Denn die Art der Über­mitt­lung einer Steu­er­erklä­rung auf den amt­li­chen Vor­dru­cken erfüllt kei­ne wei­te­re Schutz­funk­ti­on [1]. Auch ermög­licht eine kopier­te Unter­schrift die Zuord­nung der Erklä­rung zu einer bestimm­ten Per­son bzw. die Iden­ti­fi­zie­rung des Erklä­ren­den.

Das Tele­fax – und die Unter­schrift auf der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung

Gemäß § 25 Abs. 3 S. 4 und 5 EStG hat der Steu­er­pflich­ti­ge die Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung eigen­hän­dig zu unter­schrei­ben; eine gemein­sa­me Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ist von bei­den Ehe­gat­ten eigen­hän­dig zu unter­schrei­ben. Eine Steu­er­erklä­rung, die die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Unter­schrift nicht ent­hält, ist unwirk­sam [2].

Die Unter­schrift soll gewähr­leis­ten, dass der Inhalt der Erklä­rung und die erklä­ren­de Per­son hin­rei­chend zuver­läs­sig fest­ge­stellt wer­den kön­nen. Des Wei­te­ren soll dadurch sicher­ge­stellt wer­den, dass die Erklä­rung mit Wis­sen und Wol­len des Erklä­ren­den erfolgt ist [3].

Dar­über hin­aus soll die eigen­hän­di­ge Unter­schrift neben der Iden­ti­fi­zie­rung des Urhe­bers auch dazu die­nen, den Steu­er­pflich­ti­gen dazu anzu­hal­ten, sich die Bedeu­tung der von ihm abge­ge­be­nen Erklä­rung bewusst zu machen und neben der Über­prü­fung auf Rich­tig­keit sei­ner Anga­ben die Ver­ant­wor­tung für die Erklä­rung zu über­neh­men [4].

Zwar liegt im hier vom Finanz­ge­richt Ham­burg ent­schie­de­nen Finanz­amtll die Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ein­schließ­lich der Unter­schrif­ten der Klä­ger nur in Kopie vor, jedoch ent­spricht die­se Kopie zusam­men mit dem eigen­hän­dig unter­schrie­be­nen Anschrei­ben des Steu­er­be­voll­mäch­tig­ten vom 29.12.2010 dem Form­erfor­der­nis „eigen­hän­di­ge Unter­schrift“, denn auch eine Über­mitt­lung per Tele­fax reicht nach Ansicht des Finanz­ge­richts aus, wenn – wie hier – das Ori­gi­nal hand­schrift­lich unter­zeich­net ist [5].

Die o. a. Zwe­cke wer­den auch dadurch erreicht, dass der Steu­er­pflich­ti­ge die Erklä­rung unter­schreibt und anschlie­ßend über sei­nen Bevoll­mäch­tig­ten eine (Tele-) Kopie der unter­schrie­be­nen Erklä­rung vor­le­gen lässt. Denn die Art der Über­mitt­lung einer Steu­er­erklä­rung auf den amt­li­chen Vor­dru­cken erfüllt kei­ne wei­te­re Schutz­funk­ti­on [1]. Auch ermög­licht eine kopier­te Unter­schrift die Zuord­nung der Erklä­rung zu einer bestimm­ten Per­son bzw. die Iden­ti­fi­zie­rung des Erklä­ren­den.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 13. Mai 2014 – 6 K 54/​13

  1. BFH Urteil vom 08.06.2010 – VII R 39/​09, BFHE 229, 482, BStBl II 2010, 839[][]
  2. vgl. BFH, Urtei­le vom 14.01.1998 – X R 84/​95, BFHE 185, 111, BStBl II 1999, 203; vom 28.02.2002 – V R 42/​01, BFHE 198, 27, BStBl II 2002, 642; BFH, Beschluss vom 26.03.1999 – X B 196/​98, BFH/​NV 1999, 1309[]
  3. vgl. für die eigen­hän­dig zu unter­zeich­nen­de Klag­schrift BFH Urteil vom 22.06.2010 – VIII R 38/​08, BStBl II 2010, 1017[]
  4. vgl. BFH Urtei­le vom 08.07.1983 – VI R 80/​81, BFHE 139, 158, BStBl II 1984, 13; vom 17.12.1998 – III R 87/​96, BFHE 188, 182, BStBl II 1999, 313[]
  5. so auch Finanz­ge­richt Schles­wig-Hol­stein Urteil vom 19.09.2013 1 K 166/​12, EFG 2013, 2017, beim BFH anhän­gig unter Az. – VI R 82/​13; Seer in Tip­ke-Kru­se AO und FGO § 150 AO Rz 6; See­ger in Schmidt EStG 33. Aufl. § 25 Rz 6[]