Der Soli­da­ri­täts­zu­schlag und die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit

Die Rege­lun­gen im Soli­da­ri­täts­zu­schlag­ge­setz (SolZG) könn­ten gegen das Gleich­be­hand­lungs­ge­bot ver­sto­ßen.

Der Soli­da­ri­täts­zu­schlag und die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit

So hat das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den und das anhän­gi­ge Kla­ge­ver­fah­ren aus­ge­setzt für die Vor­la­ge beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt. Auf­grund der ver­schie­de­nen Anrech­nungs­vor­schrif­ten bei der Fest­set­zung der Ein­kom­men­steu­er – z.B. bei aus­län­di­schen Ein­künf­ten (§ 34c EStG) bzw. bei der Gewer­be­steu­er (§ 35 EStG) – wird Soli­da­ri­täts­zu­schlag in unter­schied­li­cher Höhe bei gleich­ge­la­ger­ten Sach­ver­hal­ten fest­ge­setzt.

Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt hat­te in die­sem Ver­fah­ren bereits mit Beschluss vom 25.11.2009 dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge vor­ge­legt, ob das SolZG gegen die Finanz­ver­fas­sung und gegen das all­ge­mei­ne Frei­heits­recht des Steu­er­pflich­ti­gen ver­stößt. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te die­se Vor­la­ge aller­dings für unzu­läs­sig erklärt und des­halb kei­ne mate­ri­ell-recht­li­che Prü­fung vor­ge­nom­men [1].

Der neu­er­li­che Vor­la­ge­be­schluss des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts stützt sich auf die unter­schied­lich hohe Fest­set­zung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags bei gleich­ge­la­ger­ten Sach­ver­hal­ten – z.B. bei aus­län­di­schen Ein­künf­ten (§ 34c EStG) bzw. bei der Gewer­be­steu­er (§ 35 EStG). Hier­für liegt nach Auf­fas­sung des vor­le­gen­den Gerichts ein sach­li­cher Recht­fer­ti­gungs­grund nicht vor. Damit ver­stößt die Rege­lung gegen das Gleich­be­hand­lungs­ge­bot aus Art. 3 Abs. 1 GG.

Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt, Vor­la­ge­be­schluss vom 21. August 2013 – 7 K 143/​08

  1. BVerfG, Beschluss vom 08.09.2010 – 2 BvL 3/​10[]