Vor­steu­er als Her­stell­kos­ten

Wird Vor­steu­er nicht als Betriebs­aus­ga­be, son­dern irr­tüm­lich bei den Her­stell­kos­ten erfaßt, ist dies nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs in den Fol­ge­jah­ren nicht mehr kor­ri­gier­bar. Weder gebe es eine "Son­der­ab­schrei­bung" für zu Unrecht als Her­stel­lungs­kos­ten erfass­te Vor­steu­er, noch sei hier­für eine Teil­wert­ab­schrei­bung oder eine Bilanz­be­rich­ti­gung mög­lich. Dane­ben besteht inso­weit nach Ansicht des BFH aber auch kei­ne Bin­dung an den Wert­an­satz der Vor­jah­re.

Vor­steu­er als Her­stell­kos­ten

Sind Auf­wen­dun­gen auf ein Wirt­schafts­gut nicht als Betriebs­aus­ga­ben bzw. Wer­bungs­kos­ten abge­zo­gen, son­dern zu Unrecht als Her­stel­lungs­kos­ten erfasst wor­den, kann bei der Gewinn­ermitt­lung nach § 4 Abs. 3 (Ein­nah­men-Über­schußrech­nung) bzw. nach § 2 Abs. 2 Nr. 2 EStG (Bilan­zie­rung) der Abzug nicht in spä­te­ren Ver­an­la­gungs­zeit­räu­men nach­ge­holt wer­den.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21. Juni 2006 – XI R 49/​05