Domain-Kauf im Steu­er­recht

Wan tun, wenn eine Inter­net-Domain, die man ger­ne ver­wen­den möch­te, bereits von einem ande­ren regis­triert ist? Eine Mög­lich­keit ist, die­sem die Inter­net-Adres­se abzu­kau­fen. Doch der Kauf­preis läßt sich nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Rhein­land-Pfalz steu­er­lich nicht abset­zen.

Domain-Kauf im Steu­er­recht

Die Domain-Adres­se stellt nach Ansicht des Finanz­ge­richts ein imma­te­ri­el­les Wirt­schafts­gut dar, das bei einer Nut­zung zur Ein­künf­te­er­zie­lung zum Anla­ge­ver­mö­gen gehört. Daher ist es, falls es, wie etwa bei einem Kauf, ent­gelt­lich von einem Drit­ten erwor­ben wur­de, auch mit den auf­ge­wen­de­ten Anschaf­fungs­kos­ten, also dem Net­to-Kauf­preis, akti­vier­bar, §§ 248 Abs. 2 HGB, 5 Abs. 2 EStG. Jedoch tritt nach Ansicht des Finanz­ge­richts bei einer Inter­net-Domain im Lau­fe der Zeit kein Wert­ver­zehr der Domain-
Adres­se ein, denn bei Domain-Adres­sen bestün­den kei­ne Anhalts­punk­te, ins­be­son­de­re auch kei­ne Erfah­rungs­sät­ze dafür, dass deren Nut­zung – so wie sich dies im Zeit­punkt der Anschaf­fung dar­stellt – unter recht­li­chen, tech­ni­schen oder wirt­schaft­li­chen Gesichts­punk­ten einer zeit­li­chen Begren­zung unter­liegt. Die Domain-Adres­se kön­ne viel­mehr im Betrieb des Käu­fers dau­er­haft und in unge­schmä­ler­ter Art und
Wei­se genutzt wer­den, die Domain wird schließ­lich nach den Denic-Regis­trie­rungs­be­din­gun­gen
auf unbe­stimm­te Zeit ein­ge­rich­tet.

Dem­ge­mäß han­delt es sich beim Kauf­preis für eine Inter­net-Domain weder um sofort abzugs­fä­hi­ge Betriebs­aus­ga­ben noch um Anschaf­fungs­kos­ten für ein abschrei­bungs­fä­hi­ges Wirt­schafts­gut.

Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 16.11.2004 – 2 K 1431/​03