Abschrei­bung nach Ein­la­ge zum Teil­wert

Die Dif­fe­renz zwi­schen dem Ein­la­ge­wert und den vor der Ein­la­ge bei den Über­schus­s­ein­kunfts­ar­ten bereits in Anspruch genom­me­nen plan­mä­ßi­gen und außer­plan­mä­ßi­gen Abset­zun­gen ist Bemes­sungs­grund­la­ge für AfA nach Ein­la­ge eines bis­her im Pri­vat­ver­mö­gen befind­li­chen ver­mie­te­ten Gebäu­des in ein Betriebs­ver­mö­gen.

Abschrei­bung nach Ein­la­ge zum Teil­wert

§ 7 Abs. 1 Satz 4 EStG bestimmt kei­nen beson­de­ren Ein­la­ge­wert für zum Teil­wert ein­ge­leg­te Wirt­schafts­gü­ter 1.

§ 7 Abs. 1 Satz 4 EStG bestimmt als AfA-Bemes­sungs­grund­la­ge „nach Ein­la­ge” die Dif­fe­renz zwi­schen dem Ein­la­ge­wert und der vor der Ein­la­ge bei den Über­schus­s­ein­künf­ten bereits in Anspruch genom­me­nen plan­mä­ßi­gen und außer­plan­mä­ßi­gen AfA. Gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 EStG ist bei Wirt­schafts­gü­tern, die für mehr als ein Jahr zur Erzie­lung von Ein­künf­ten ver­wen­det oder genutzt wer­den, jeweils für ein Jahr der Teil der Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten abzu­set­zen, der bei gleich­mä­ßi­ger Ver­tei­lung die­ser Kos­ten auf die Gesamt­dau­er der Ver­wen­dung oder Nut­zung auf ein Jahr ent­fällt. Ergän­zend bestimmt § 7 Abs. 1 Satz 4 EStG, dass sich bei Wirt­schafts­gü­tern, die nach der Ver­wen­dung zur Erzie­lung von Über­schus­s­ein­kunfts­ar­ten in ein Betriebs­ver­mö­gen ein­ge­legt wer­den, die „Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten” um die bis zum Zeit­punkt der Ein­la­ge vor­ge­nom­me­nen plan­mä­ßi­gen und außer­plan­mä­ßi­gen Abschrei­bun­gen min­dern. Die Rege­lung gilt gemäß § 7 Abs. 4 Satz 1 2. Halb­satz EStG für Gebäu­de –wie im Streit­fall– ent­spre­chend. Sie erfasst gemäß § 52 Abs. 21 Satz 1 EStG Ein­la­gen nach dem 31. Dezem­ber 1998 und damit auch die im Streit­fall getä­tig­te Ein­la­ge des Gebäu­de­teils in das Betriebs­ver­mö­gen des Klä­gers im Jahr 2001.

Bei zum Teil­wert ein­ge­leg­ten Wirt­schafts­gü­tern gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 1. Halb­satz EStG ist mit der For­mu­lie­rung „Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten” i.S. des § 7 Abs. 1 Satz 4 EStG der Ein­la­ge­wert gemeint. Das ergibt sich aus einer am Zweck der Vor­schrift ori­en­tier­ten Aus­le­gung. Ansons­ten ergä­be sich ein Wer­tungs­wi­der­spruch zur AfA-Bemes­sungs­grund­la­ge bei „nicht vor­ge­nutz­ten Wirt­schafts­gü­tern”, die in das Betriebs­ver­mö­gen ein­ge­legt und unge­kürzt vom Ein­la­ge­wert abge­schrie­ben wer­den kön­nen 2.

§ 7 Abs. 1 Satz 4 EStG regelt ledig­lich, dass bereits in Anspruch genom­me­ne AfA nicht ein wei­te­res Mal bean­sprucht wer­den darf, und begrenzt nicht den Ein­la­ge­wert auf die Anschaf­fungs- und Her­stel­lungs­kos­ten. Sind –wie im Streit­fall– die vor der Ein­la­ge im Pri­vat­ver­mö­gen ent­stan­de­nen stil­len Reser­ven höher als die vor der Ein­la­ge berück­sich­tig­ten AfA-Beträ­ge, ist die AfA-Bemes­sungs­grund­la­ge gemäß § 7 Abs. 1 Satz 4 EStG aus dem Ein­la­ge­wert abzüg­lich der vor der Ein­la­ge berück­sich­tig­ten AfA zu ermit­teln.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 28. Okto­ber 2009 – VIII R 46/​07

  1. vgl. BFH, Urtei­le vom 20.04.2005 – X R 53/​04, BFHE 210, 100, BSt­Bl II 2005, 698; vom 24.01.2008 – IV R 37/​06, BFHE 220, 374, und IV R 66/​05, BFH/​NV 2008, 1301; sowie vom 18.08.2009 – X R 40/​06; vgl. auch Wacker, Höchst­rich­ter­li­che Finanz­recht­spre­chung 2008, 692, und Wendt, Finanz-Rund­schau 2008, 915
  2. BFH, Urtei­le in BFHE 220, 374, und in BFH/​NV 2008, 1301, fer­ner BFH, Urteil vom 18.08.2009 – X R 40/​06