Abschrei­bung nach Ein­la­ge zum Teil­wert II

Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um reagiert auf zwei Urtei­le des Bun­des­fi­nanz­hofs, die sich mit der Bemes­sungs­grund­la­ge für Abschrei­bun­gen für sol­che Wirt­schafts­gü­ter befas­sen, die vor­her (etwa im Rah­men einer frei­be­ruf­li­chen Tätig­keit oder der Erzie­lung von Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung) zur Erzie­lung von Über­schus­s­ein­künf­ten genutzt wur­den 1.

Abschrei­bung nach Ein­la­ge zum Teil­wert II

Die AfA in glei­chen Jah­res­be­trä­gen von Wirt­schafts­gü­tern, deren Ver­wen­dung oder Nut­zung zur Erzie­lung von Ein­künf­ten sich erfah­rungs­ge­mäß auf einen Zeit­raum von mehr als einem Jahr erstreckt, wird nach den Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten des Wirt­schafts­guts ermit­telt (§ 7 Absatz 1 Satz 1 EStG). Bei einer Ein­la­ge aus dem Pri­vat­ver­mö­gen in ein Betriebs­ver­mö­gen tritt an die Stel­le der Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten der Ein­la­ge­wert (§ 6 Absatz 1 Num­mer 5 Satz 1 EStG).

Ein­la­ge­wert ist grund­sätz­lich der Teil­wert (§ 6 Absatz 1 Num­mer 5 Satz 1 Halb­satz 1 EStG). Bei der Ein­la­ge eines abnutz­ba­ren Wirt­schafts­gu­tes in ein Betriebs­ver­mö­gen inner­halb von drei Jah­ren nach Anschaf­fung oder Her­stel­lung (§ 6 Absatz 1 Num­mer 5 Satz 1 Halb­satz 2 Buch­sta­be a i. V. m. Satz 2 EStG) ermit­telt sich der Ein­la­ge­wert nach den Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten abzüg­lich der AfA nach § 7 EStG, den erhöh­ten Abset­zun­gen (außer­plan­mä­ßi­ge AfA) sowie etwai­gen Son­der­ab­schrei­bun­gen, die auf den Zeit­raum zwi­schen der Anschaf­fung oder Her­stel­lung des Wirt­schafts­guts und der Ein­la­ge ent­fal­len, unab­hän­gig davon, ob das Wirt­schafts­gut vor der Ein­la­ge zur Ein­kunfts­er­zie­lung genutzt wor­den ist (R 6.12 Absatz 1 EStR).

Wer­den Wirt­schafts­gü­ter nach einer Ver­wen­dung zur Erzie­lung von Ein­künf­ten im Sin­ne des § 2 Absatz 1 Satz 1 Num­mer 4 bis 7 EStG in ein Betriebs­ver­mö­gen ein­ge­legt, ist nach § 7 Absatz 1 Satz 5 EStG eine vom Ein­la­ge­wert nach § 6 Absatz 1 Num­mer 5 SaES­tG abwei­chen­de AfA-Bemes­sungs­grund­la­ge zu ermit­teln. Die Abschrei­bung des ein­ge­leg­ten Wirt­schafts­guts nach § 7 Absatz 1 EStG bemisst sich in die­sem Fall abwei­chend von R 7.3 Absatz 6 Satz 1 und 2 EStR 2008 nach fol­gen­den Grund­sät­zen:

  1. Ist der Ein­la­ge­wert des Wirt­schafts­guts höher als oder gleich den his­to­ri­schen Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten, ist die AfA ab dem Zeit­punkt der Ein­la­ge nach dem um die bereits in Anspruch genom­me­nen AfA oder Sub­stanz­ver­rin­ge­run­gen (plan­mä­ßi­gen AfA), Son­der­ab­schrei­bun­gen oder erhöh­ten Abset­zun­gen gemin­der­ten Ein­la­ge­wert zu bemes­sen.
  2. Ist der Ein­la­ge­wert des Wirt­schafts­guts gerin­ger als die his­to­ri­schen Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten, aber nicht gerin­ger als die fort­ge­führ­ten Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten, ist die AfA ab dem Zeit­punkt der Ein­la­ge nach den fort­ge­führ­ten Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten zu bemes­sen.
  3. Ist der Ein­la­ge­wert des Wirt­schafts­guts gerin­ger als die fort­ge­führ­ten Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten, bemisst sich die wei­te­re AfA nach die­sem unge­min­der­ten Ein­la­ge wert.
  4. Der Ein­la­ge­wert eines Wirt­schafts­guts nach § 6 Absatz 1 Num­mer 5 Satz 1 Halb­satz 2 Buch­sta­be a i. V. m. Satz 2 EStG gilt gleich­zei­tig auch als AfA-Bemes­sungs­grund­la­ge gemäß § 7 Absatz I Satz 5 EStG.

Die vor­ste­hen­den Grund­sät­ze sind in allen noch offe­nen Fäl­len anzu­wen­den. Die Rege­lung zur drit­ten Fall­grup­pe ist erst­mals auf Ein­la­gen anzu­wen­den, die nach dem 31. Dezem­ber 2010 vor­ge­nom­men wer­den.

Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen, Schrei­ben vom 27. Okto­ber 2010 – IV C 3 – S 2190/​09/​10007 – DOK 2010/​0764153

  1. BFH, Urtei­le vom 18.08.2009 – X R 40/​06; und vom 28.10.2009 – VIII R 46/​07[]