Abschrei­bung von Akti­en auf den gesun­ke­nen Bör­sen­kurs

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat in einem heu­te ver­öf­fent­lich­tem Urteil ent­schie­den, dass eine Teil­wertabschrei­bung bei Akti­en, die als Finanz­an­la­ge gehal­ten wer­den, immer dann zuläs­sig ist, wenn der Bör­sen­kurs zum Bilanz­stich­tag unter die Anschaf­fungs­kos­ten gesun­ken ist und kei­ne kon­kre­ten Anhalts­punk­te für ein als­bal­di­ges Anstei­gen vor­lie­gen.

Abschrei­bung von Akti­en auf den gesun­ke­nen Bör­sen­kurs

Im Streit­fall han­del­te es sich um Infi­ne­on-Akti­en, die zum 31. Dezem­ber 2001 nur noch einen Wert von 50% ihrer Anschaf­fungs­kos­ten hat­ten. Bis zum Zeit­punkt der Erstel­lung der Bilanz war der Bör­sen­kurs wie­der auf 60% der Anschaf­fungs­kos­ten ange­stie­gen. Die­sen Wert leg­te die Klä­ge­rin, eine GmbH, ihrer Bilanz zu Grun­de. Der BFH hat das gebil­ligt.

Eine Teil­wertabschrei­bung ist seit 1999 nur bei einer “vor­aus­sicht­lich dau­ern­den Wert­min­de­rung” zuläs­sig. Ob die­se Vor­aus­set­zung vor­liegt, ist danach zu ent­schei­den, ob aus Sicht des Bilanz­stich­tags mehr Grün­de für ein Anhal­ten der Wert­min­de­rung spre­chen als dage­gen. Bei bör­sen­no­tier­ten Wert­pa­pie­ren des Anla­ge­ver­mö­gens spie­gelt nach Auf­fas­sung des BFH der aktu­el­le Bör­sen­kurs die Ein­schät­zung der Markt­teil­neh­mer auch über die künf­ti­ge Ent­wick­lung des Bör­sen­kur­ses wider, so dass dem aktu­el­len Kurs eine grö­ße­re Wahr­schein­lich­keit zukommt, den künf­ti­gen Wert der Wert­pa­pie­re zu pro­gnos­ti­zie­ren, als die ursprüng­li­chen Anschaf­fungs­kos­ten. Der BFH ver­wirft damit die ent­ge­gen­ste­hen­de Pra­xis der Finanz­ver­wal­tung, die in dem Bör­sen­kurs eine blo­ße Wert­schwan­kung sieht.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2007 – I R 58/​06