Abset­zung für Abnut­zung von Mie­ter­ein­bau­ten

Her­stel­lungs­kos­ten für ein Gebäu­de kön­nen nur mit den für die­ses Gebäu­de maß­ge­ben­den AfA-Sät­zen und nicht nach der mut­maß­li­chen kür­ze­ren Dau­er des Pacht­ver­hält­nis­ses abge­setzt wer­den, da § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG aus­drück­lich auf die (vor­aus­sicht­li­che) tat­säch­li­che Nut­zungs­dau­er des Gebäu­des und nicht auf eine davon ggf. abwei­chen­de kür­ze­re Dau­er des Miet- oder Pacht­ver­hält­nis­ses abstel­le 1.

Abset­zung für Abnut­zung von Mie­ter­ein­bau­ten

Inso­weit ist es auch uner­heb­lich, ob die Miet- oder Pacht­dau­er auf­grund einer Opti­on vom Päch­ter ver­län­gert wer­den könn­te.

Ein Steu­er­pflich­ti­ger kann sich gemäß § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG zudem auf eine die tech­ni­sche Nut­zungs­dau­er unter­schrei­ten­de wirt­schaft­li­che Nut­zungs­dau­er nur beru­fen, wenn das Wirt­schafts­gut vor Ablauf der tech­ni­schen Nut­zungs­dau­er objek­tiv wirt­schaft­lich ver­braucht ist. Ein wirt­schaft­li­cher Ver­brauch ist nur anzu­neh­men, wenn die Mög­lich­keit einer wirt­schaft­lich sinn­vol­len (ander­wei­ti­gen) Nut­zung oder Ver­wer­tung end­gül­tig ent­fal­len ist 2.

Dar­an wür­de es im hier ent­schie­de­nen Streit­fall schon des­halb feh­len, weil die Ver­päch­te­rin nach der Ver­trags­än­de­rung den Zeit­wert der Mie­ter­ein­bau­ten zu ver­gü­ten hat, denn die Erzie­lung eines erheb­li­chen Ver­äu­ße­rungs­er­lö­ses steht einem wirt­schaft­li­chen Ver­brauch ent­ge­gen 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 19. Juni 2015 – III B 2/​14

  1. vgl BFH, Urteil vom 25.02.2010 – IV R 2/​07, BFHE 228, 431, BSt­Bl II 2010, 670[]
  2. BFH, Urteil vom 04.03.2008 – IX R 16/​07, BFH/​NV 2008, 1310[]
  3. z.B. BFH, Urteil vom 19.11.1997 – X R 78/​94, BFHE 184, 522, BSt­Bl II 1998, 59[]