Ände­rung der Gewinn­ver­tei­lung einer Per­so­nen­ge­sell­schaft

Bei der ein­heit­li­chen und geson­der­ten Fest­stel­lung von ertrag­steu­er­recht­li­chen Besteue­rungs­grund­la­gen einer Per­so­nen­ge­sell­schaft kommt es für die Fra­ge, ob eine nach­träg­lich bekannt gewor­de­ne Tat­sa­che i.S. des § 173 Abs. 1 AO zu einer höhe­ren oder nied­ri­ge­ren "Steu­er" führt, nur auf die Ände­run­gen der Besteue­rungs­grund­la­gen an. Die steu­er­li­chen Aus­wir­kun­gen in den Fol­ge­be­schei­den sind nicht maß­geb­lich.

Ände­rung der Gewinn­ver­tei­lung einer Per­so­nen­ge­sell­schaft

Ob sich die Besteue­rungs­grund­la­gen erhö­hen oder ver­rin­gern, ist bei der Fest­stel­lung von ertrag­steu­er­recht­li­chen Besteue­rungs­grund­la­gen einer Per­so­nen­ge­sell­schaft nicht für die Gesell­schaft ins­ge­samt, son­dern für jeden ein­zel­nen Fest­stel­lungs­be­tei­lig­ten getrennt zu beur­tei­len.

Bei einer nach­träg­lich bekannt gewor­de­nen, steu­er­recht­lich beacht­li­chen Gewinn­ver­tei­lungs­ab­re­de sind die Vor­aus­set­zun­gen des § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO erfüllt, soweit sich die Gewinn­an­tei­le erhö­hen. Der Bescheid ist nach § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO zu ändern, soweit sich die Gewinn­an­tei­le ver­rin­gern.

Auf ein gro­bes Ver­schul­den am nach­träg­li­chen Bekannt­wer­den einer Gewinn­ver­tei­lungs­ab­re­de kommt es nicht an 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 24. Juni 2009 – IV R 55/​06

  1. Auf­ga­be der in BFH, Urteil vom 07.05.1987 – IV R 33/​85, BFH/​NV 1987, 775 ver­tre­te­nen Auf­fas­sung[]