Ände­rung eines Sam­mel­be­schei­des wäh­rend des Kla­ge­ver­fah­rens

Wird der ange­foch­te­ne Ver­wal­tungs­akt nach Bekannt­ga­be der Ein­spruchs­ent­schei­dung geän­dert oder ersetzt, so wird der neue Ver­wal­tungs­akt nach § 68 Satz 1 FGO Gegen­stand des Ver­fah­rens. Eine Ände­rung oder Erset­zung liegt nur vor, wenn bei­de Beschei­de zumin­dest teil­wei­se einen iden­ti­schen Rege­lungs­be­reich haben. Das ist der Fall, wenn der neue Bescheid die­sel­ben Betei­lig­ten und den­sel­ben Besteue­rungs­ge­gen­stand betrifft wie der bis­he­ri­ge Bescheid 1.

Ände­rung eines Sam­mel­be­schei­des wäh­rend des Kla­ge­ver­fah­rens

Eine Ände­rung oder Erset­zung liegt hin­ge­gen nicht vor, wenn ein teil­ba­rer Bescheid nur teil­wei­se ange­foch­ten und wäh­rend des Kla­ge­ver­fah­rens nur hin­sicht­lich des nicht ange­foch­te­nen Teils geän­dert wird 2. Erst recht fehlt es an einer Ände­rung oder Erset­zung, wenn meh­re­re selb­stän­di­ge Beschei­de ledig­lich äußer­lich zusam­men­ge­fasst wer­den.

Das ist all­ge­mein bei Sam­mel­be­schei­den der Fall, die selb­stän­di­ge Rege­lungs­ge­gen­stän­de mit der Mög­lich­keit eige­ner Teil­be­stands­kraft ent­hal­ten 3.

Aus die­sem Grun­de sind etwa die in einem Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid ent­hal­te­nen ein­zel­nen Besteue­rungs­grund­la­gen pro­zes­su­al selb­stän­dig und kön­nen und müs­sen geson­dert ange­foch­ten wer­den.

Wer­den im Lau­fe eines finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­rens Besteue­rungs­grund­la­gen geän­dert, so wer­den die­se daher nur dann nach § 68 FGO Gegen­stand des Ver­fah­rens, wenn sie bereits ange­foch­ten waren. Andern­falls ste­hen ledig­lich vor­be­halt­lich der all­ge­mei­nen Sachur­teils­vor­aus­set­zun­gen die Kla­ge­än­de­rung des § 67 FGO sowie der Ein­spruch zur Ver­fü­gung 4.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 20. Dezem­ber 2013 – X B 160/​12

  1. vgl. BGH, Urteil vom 27.04.2004 – X R 28/​02, BFH/​NV 2004, 1287[]
  2. BFH, Urteil vom 29.01.2003 – VIII R 60/​00, BFH/​NV 2003, 927[]
  3. vgl. Seer in Tipke/​Kruse, Abga­ben­ord­nung, Finanz­ge­richts­ord­nung, § 68 FGO Rz 12[]
  4. vgl. dazu i.e. BFH, Urteil vom 09.02.2011 – IV R 15/​08, BFHE 233, 290, BSt­Bl – II 2011, 764[]