Anfech­tungs­kla­ge gegen einen Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid – und die

Als pro­zes­sua­le Wil­lens­er­klä­rung ist die Kla­ge­schrift in glei­cher Wei­se wie Wil­lens­er­klä­run­gen im Sin­ne des Bür­ger­li­chen Gesetz­buchs ana­log § 133 BGB aus­zu­le­gen.

Anfech­tungs­kla­ge gegen einen Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid – und die

Dabei sind zur Bestim­mung des Gegen­stands des Kla­ge­be­geh­rens (vgl. § 65 Abs. 1 Satz 1 FGO) alle bekann­ten und ver­nünf­ti­ger­wei­se erkenn­ba­ren Umstän­de tat­säch­li­cher und recht­li­cher Art zu berück­sich­ti­gen 1.

An die Fas­sung der Anträ­ge ist das Gericht dabei nicht gebun­den (§ 96 Abs. 1 Satz 2 FGO).

Bei der Aus­le­gung des Kla­ge­be­geh­rens ist die pro­zes­sua­le Selb­stän­dig­keit der in einem Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid ent­hal­te­nen ein­zel­nen Fest­stel­lun­gen zu beach­ten. Die Kla­ge gegen einen Fest­stel­lungs­be­scheid kann ver­schie­de­ne Zie­le ver­fol­gen.

Ein Fest­stel­lungs­be­scheid fasst ein­zel­ne Fest­stel­lun­gen von Besteue­rungs­grund­la­gen zusam­men, die ‑soweit sie eine recht­lich selb­stän­di­ge Wür­di­gung ent­hal­ten und eines recht­lich selb­stän­di­gen Schick­sals fähig sind- selb­stän­di­ger Gegen­stand des Kla­ge­be­geh­rens sein kön­nen. Sol­che selb­stän­di­ge Fest­stel­lun­gen sind ins­be­son­de­re die Qua­li­fi­ka­ti­on der Ein­künf­te, das Bestehen einer Mit­un­ter­neh­mer­schaft, die Höhe des Gesamt­ge­winns, des lau­fen­den Gewinns, eines Ver­äu­ße­rungs­ge­winns oder eines Son­der­ge­winns bzw. einer Son­der­ver­gü­tung 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. August 2015 – IV R 12/​12

  1. BFH, Urteil in BFH/​NV 2012, 1479[]
  2. vgl. z.B. BFH, Urtei­le vom 01.07.2010 – IV R 34/​07, BFH/​NV 2010, 2246; und vom 16.04.2015 – IV R 44/​12, BFH/​NV 2015, 1085[]