Anfor­de­run­gen an die Bil­dung einer Anspar­rück­la­ge

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat­te mit einem Fall zu ent­schei­den, der ihm Gele­gen­heit gab, zu vie­len Ein­zel­fra­gen im Zusam­men­hang mit den Vor­aus­set­zun­gen zur Bil­dung einer Anspar­rück­la­ge für die künf­ti­ge Anschaf­fung oder Her­stel­lung von Wirt­schafts­gü­tern (§ 7g EStG) Stel­lung zu neh­men. Mit sei­nem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil bestä­tig­te er die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung, dass die Rück­la­ge durch Aus­weis eines Bilanz­pos­tens gebil­det wer­den muss. Außer­dem erleich­ter­te er die Inan­spruch­nah­me der Steu­er­ver­güns­ti­gung für Fäl­le der Betriebs­auf­spal­tung.

Anfor­de­run­gen an die Bil­dung einer Anspar­rück­la­ge

In dem vom BFH ent­schie­de­nen Fall hat­te eine KG in ihrer Bilanz auf den 31. Dezem­ber 2000 eine Anspar­rück­la­ge für eine Rei­he von Wirt­schafts­gü­tern gebil­det. Wäh­rend einer im Jahr 2002 abge­hal­te­nen Betriebs­prü­fung stell­te sich her­aus, dass die Wirt­schafts­gü­ter nicht durch die KG, son­dern durch eine GmbH genutzt wer­den soll­ten, deren Antei­le einer Schwes­ter­ge­sell­schaft der KG gehör­ten. Der Betriebs­prü­fer erkann­te die Anspar­rück­la­ge des­we­gen nicht an. Er war der Mei­nung, es feh­le an der von der Recht­spre­chung des BFH gefor­der­ten betriebs­ver­mö­gens­mä­ßi­gen Ver­bin­dung zwi­schen KG und GmbH.

Dar­auf­hin fass­ten die Gesell­schaf­ter der KG den Beschluss, die Anspar­rück­la­ge erneut zu bil­den mit der Maß­ga­be, dass die anzu­schaf­fen­den Wirt­schafts­gü­ter nun­mehr einer ande­ren (nahe ste­hen­den) GmbH zur Nut­zung über­las­sen wer­den soll­ten.

Der BFH ent­schied in Über­ein­stim­mung mit sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung, dass das Wahl­recht zur Bil­dung der Anspar­rück­la­ge nur durch Bil­dung eines Pas­siv­pos­tens in der Bilanz hät­te aus­ge­übt wer­den dür­fen. Ein Beschluss in der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung sei unzu­rei­chend. Dem­ge­gen­über teil­te der BFH nicht die Beden­ken, die das Finanz­amt gegen­über der ursprüng­lich in der Bilanz gebil­de­ten Anspar­rück­la­ge geäu­ßert hat­te. Zwar sei es rich­tig, dass die GmbH-Antei­le nicht zum Betriebs­ver­mö­gen der KG, son­dern zu dem ihrer Schwes­ter­ge­sell­schaft gehört hät­ten. Gleich­wohl habe zwi­schen der GmbH und der KG eine Betriebs­auf­spal­tung bestan­den. Maß­geb­lich sei inso­weit allein, dass sich die Ver­flech­tung aus der durch die Schwes­ter­ge­sell­schaft ver­mit­tel­ten Betei­li­gung der Gesell­schaf­ter der KG an der GmbH und nicht aus einem rein tat­säch­li­chen Herr­schafts­ver­hält­nis erge­ben habe.

Aller­dings sei die Anspar­rück­la­ge inso­weit nicht anzu­er­ken­nen, als in der Buch­füh­rung die Posi­tio­nen „Emp­fang, Bespre­chungs­raum I und II“ mit Pau­schal­be­trä­gen auf­ge­führt sei­en. Bei einer sol­chen pau­scha­len Bezeich­nung las­se sich bei Vor­nah­me der Inves­ti­ti­on nicht erken­nen, ob es sich tat­säch­lich um die Wirt­schafts­gü­ter han­de­le, wegen deren Finan­zie­rung die Rück­la­ge gebil­det wor­den sei.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 29.11.07 – IV R 82/​05