Aty­pisch stil­le Unter­be­tei­li­gung an GmbH-Antei­len

Ein Gesell­schaf­ter einer GmbH kann an sei­nem Geschäfts­an­teil Drit­te im Rah­men einer aty­pisch stil­len Gesell­schaft unter­be­tei­li­gen, nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs aller­dings nur unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen.

Aty­pisch stil­le Unter­be­tei­li­gung an GmbH-Antei­len

Der aty­pisch still Unter­be­tei­lig­te erzielt dann als wirt­schaft­li­cher Inha­ber von Kapi­tal­ge­sell­schafts­an­tei­len ori­gi­när sowohl Ein­künf­te nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG (Gewinn­an­tei­le und sons­ti­ge Bezü­ge) als auch die­je­ni­gen nach § 17 EStG (Gewin­ne oder Ver­lus­te aus der Anteils­ver­äu­ße­rung).

Die wirt­schaft­li­che Inha­ber­schaft wird dem an einem Kapi­tal­ge­sell­schafts­an­teil Unter­be­tei­lig­ten aber nur dann ver­mit­telt, wenn er nach dem Inhalt der getrof­fe­nen Abre­de alle mit der Betei­li­gung ver­bun­de­nen wesent­li­chen Rech­te (Ver­mö­gens- und Ver­wal­tungs­rech­te) aus­üben und im Kon­flikt­fall effek­tiv durch­set­zen kann. Auch kur­ze Hal­te­zei­ten kön­nen dann die wirt­schaft­li­che Zurech­nung von Anteils­rech­ten begrün­den, wenn dem Berech­tig­ten (hier: Unter­be­tei­lig­ten) der in der Zeit sei­ner Inha­ber­schaft erwirt­schaf­te­te Erfolg (ein­schließ­lich eines Sub­stanz­wert­zu­wach­ses) gebührt.

BFH, Urteil vom 18.05.2005 – VIII R 34/​01