Behal­te­frist und Auf­lö­sungs­ver­lust

Zu den Ein­künf­ten aus Gewer­be­be­trieb gehört auch der Gewinn (oder Ver­lust) aus der Ver­äu­ße­rung von Antei­len an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft, wenn der Ver­äu­ße­rer inner­halb der letz­ten fünf Jah­re am Kapi­tal der Gesell­schaft unmit­tel­bar oder mit­tel­bar zu min­des­tens 1 Pro­zent betei­ligt war, § 17 Abs. 1 EStG. Ver­äu­ße­rungs­ge­winn in die­sem Sin­ne ist der Betrag, um den der Ver­äu­ße­rungs­preis nach Abzug der Ver­äu­ße­rungs­kos­ten die Anschaf­fungs­kos­ten über­steigt, § 17 Abs. 2 EStG.

Behal­te­frist und Auf­lö­sungs­ver­lust

Als eine sol­che Ver­äu­ße­rung gilt auch die Auf­lö­sung einer Kapi­tal­ge­sell­schaft, die Kapi­tal­her­ab­set­zung, wenn das Kapi­tal zurück­ge­zahlt wird, und die Aus­schüt­tung oder Zurück­zah­lung von Beträ­gen aus dem steu­er­li­chen Ein­la­gen­kon­to im Sin­ne des § 27 des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes, § 17 Abs. 4 EStG. In die­sen Fäl­len ist als Ver­äu­ße­rungs­preis der gemei­ne Wert des dem Steu­er­pflich­ti­gen zuge­teil­ten oder zurück­ge­zahl­ten Ver­mö­gens der Kapi­tal­ge­sell­schaft anzu­se­hen.

Ein Auf­lö­sungs­ver­lust im Sin­ne von § 17 Abs. 2, 4 EStG ist nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs auch zu berück­sich­ti­gen, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge eine wesent­li­che Betei­li­gung an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft erwirbt, die Betei­li­gung inner­halb der letz­ten fünf Jah­re vor der Auf­lö­sung der Gesell­schaft aber auf einen Pro­zent­satz unter­halb der Gren­ze des § 17 Abs. 1 EStG abge­senkt wird.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 1. April 2009 – IX R 31/​08