Besteue­rung umwand­lungs­steu­er­recht­li­cher Über­nah­me­ge­win­ne 1999

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat mit einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Beschluss ein bei ihm anhän­gi­ges Revi­si­ons­ver­fah­ren aus­ge­setzt und hin­sicht­lich einer Rege­lung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ein­ge­holt. Der Rechts­streit betrifft § 54 Abs. 9 Satz 1 des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes vom 22. Dezem­ber 1999, in dem fest­ge­legt wird, dass Tei­le des Über­nah­me­ge­winns aus der Umwand­lung von Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten in Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten im Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 mit einem Steu­er­satz von 45% – anstatt mit dem all­ge­mei­nen Steu­er­satz von 40% – ver­steu­ert wer­den muss­ten.

Besteue­rung umwand­lungs­steu­er­recht­li­cher Über­nah­me­ge­win­ne 1999

Der BFH ist der Über­zeu­gung, dass die Schaf­fung die­ser Vor­schrift gegen den Par­la­ments­vor­be­halt des Grund­ge­set­zes ver­sto­ßen hat. Die Rege­lung beru­he auf einer Initia­ti­ve des auf Antrag des Frei­staats Sach­sen ange­ru­fe­nen Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss habe mit der Geset­zes­in­itia­ti­ve die ihm durch das Anru­fungs­be­geh­ren vor­ge­ge­be­nen Gren­zen über­schrit­ten. Das Anru­fungs­be­geh­ren habe sich auf einen abge­grenz­ten The­men­kom­plex beschränkt – näm­lich die zunächst geplan­te Besteue­rung von Erträ­gen aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen -, der in kei­nem inhalt­li­chen Zusam­men­hang mit der Besteue­rung von umwand­lungs­steu­er­li­chen Über­nah­me­ge­win­nen ste­he. Es feh­le des­halb an der not­wen­di­gen Mit­wir­kung des Deut­schen Bun­des­tags.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 27. August 2008 – I R 33/​05