Betriebs­auf­ga­be­ge­winn – und die frü­he­re rechts­wid­ri­ge Tarif­be­güns­ti­gung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist eine antrags­ge­bun­de­ne Steu­er­ver­güns­ti­gung, die dem Steu­er­pflich­ti­gen nur ein­mal gewährt wer­den kann, für die Zukunft auch dann "ver­braucht", wenn die Ver­güns­ti­gung vom Finanz­amt zu Unrecht gewährt wor­den ist, ins­be­son­de­re ein erfor­der­li­cher Antrag vom Steu­er­pflich­ti­gen nicht gestellt wor­den ist. Ent­schei­dend ist allein, dass sich die Ver­güns­ti­gung auf die frü­he­re Steu­er­fest­set­zung aus­ge­wirkt hat und sie dort nicht mehr rück­gän­gig gemacht wer­den kann.

Betriebs­auf­ga­be­ge­winn – und die frü­he­re rechts­wid­ri­ge Tarif­be­güns­ti­gung

Wenn der Steu­er­pflich­ti­ge sich die Mög­lich­keit vor­be­hal­ten will, die Ver­güns­ti­gung in einem spä­te­ren Jahr in Anspruch zu neh­men, muss er die Steu­er­fest­set­zung anfech­ten, in der ihm die Ver­güns­ti­gung zu Unrecht gewährt wor­den ist 1.

Der Steu­er­pflich­ti­ge braucht sich die rechts­wid­ri­ge Gewäh­rung der Ver­güns­ti­gung in einem Vor­jahr nach den Grund­sät­zen von Treu und Glau­ben nur dann nicht ent­ge­gen­hal­ten las­sen, wenn für ihn ange­sichts der gerin­gen Höhe der Ver­güns­ti­gung und des Feh­lens eines Hin­wei­ses im Bescheid nicht erkenn­bar gewe­sen ist, dass das Finanz­amt die Ver­güns­ti­gung ohne den erfor­der­li­chen Antrag gewährt hat 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 1. Dezem­ber 2015 – X B 111/​15

  1. zum Gan­zen BFH, Urteil vom 08.03.1994 – IX R 12/​90, BFH/​NV 1994, 785, mit zahl­rei­chen Nach­wei­sen, betref­fend erhöh­te Abset­zun­gen nach § 7b EStG; BFH, Urteil vom 21.07.2009 – X R 2/​09, BFHE 226, 72, BSt­Bl II 2009, 963, unter II. 2., betref­fend Frei­be­trag nach § 16 Abs. 4 EStG[]
  2. zu einem sol­chen Fall BFH, Urteil vom 15.05.2002 – X R 97/​98, BFH/​NV 2002, 1428[]