Betriebs­aus­ga­ben­pau­scha­le für Tages­pfle­ge­per­so­nen

Nach § 23 SGB VIII erhält die Tages­pfle­ge­per­son eine lau­fen­de Geld­leis­tung, die neben der Erstat­tung des Sach­auf­wands die För­de­rungs­leis­tung der Tages­pfle­ge­per­son aner­ken­nen soll.

Betriebs­aus­ga­ben­pau­scha­le für Tages­pfle­ge­per­so­nen

Die­se Geld­leis­tung ist als steu­er­pflich­ti­ge Ein­nah­me aus frei­be­ruf­li­cher Tätig­keit im Sin­ne des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG zu qua­li­fi­zie­ren. Dies gilt unab­hän­gig von der Anzahl der betreu­ten Kin­der und von der Her­kunft der ver­ein­nahm­ten Mit­tel; § 3 Nr. 11 und 26 EStG ist hier­auf nach Ansicht der Finanz­ver­wal­tung nicht anwend­bar. Betreut die Tages­pfle­ge­per­son ein Kind jedoch in des­sen Fami­lie nach Wei­sun­gen der Per­so­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten, ist sie in der Regel Arbeit­neh­mer, die Per­so­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten sind die Arbeit­ge­ber. Abwei­chend hier­zu ist eine Steu­er­be­frei­ung nach § 3 Nr. 11 EStG für Geld­leis­tun­gen aus öffent­li­chen Mit­teln noch zu gewäh­ren, soweit die­se für Betreu­ungs­leis­tun­gen gezahlt wer­den, die bis zum 31. Dezem­ber 2008 erbracht wur­den.

Bei der Ermitt­lung der Ein­künf­te aus selb­stän­di­ger Arbeit wird aus Ver­ein­fa­chungs­grün­den zuge­las­sen, dass anstel­le der tat­säch­li­chen Betriebs­aus­ga­ben von den erziel­ten Ein­nah­men 300 € je Kind und Monat pau­schal als Betriebs­aus­ga­ben abge­zo­gen wer­den. Der Betriebs­aus­ga­ben­pau­scha­le liegt eine wöchent­li­che Betreu­ungs­zeit von 40 Stun­den zugrun­de. Soweit die tat­säch­lich ver­ein­bar­te Betreu­ungs­zeit hier­von abweicht, ist die Betriebs­aus­ga­ben­pau­scha­le zeit­an­tei­lig nach der For­mel
300 € x ver­ein­bar­te wöchent­li­che Betreu­ungs­zeit (max. 40 Stun­den) /​40 Stun­den
zu kür­zen.

Für Zei­ten, in denen die Tages­pfle­ge­per­son ver­hin­dert ist, die ver­ein­bar­ten Betreu­ungs­zei­ten selbst zu absol­vie­ren, etwa auf­grund von Urlaub, Krank­heit oder Fort­bil­dung, kann die Betriebs­aus­ga­ben­pau­scha­le nur dann abge­zo­gen wer­den, wenn das Betreu­ungs­geld für die­se Zeit wei­ter gezahlt wird.

Fin­det die Betreu­ung im Haus­halt der Per­so­nen­sor­ge­be­rech­tig­ten oder in unent­gelt­lich zur Ver­fü­gung gestell­ten Räum­lich­kei­ten als selb­stän­di­ge Tätig­keit statt, kann die Betriebs­aus­ga-ben­pau­scha­le nicht abge­zo­gen wer­den. Die Betriebs­aus­ga­ben­pau­scha­le darf nur bis zur Höhe der Betriebs­ein­nah­men abge­zo­gen wer­den.

Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen, Schrei­ben vom 20. Mai 2009 – IV C 6 – S 2246/​07/​10002 – [2009/​0327067]