Betriebs­ver­mö­gens­min­de­run­gen im Jahr 2001 – und das Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren

Gemäß § 3c Abs. 2 Satz 1 EStG in der in den Streit­jah­ren gel­ten­den Fas­sung dür­fen u.a. Betriebs­ver­mö­gens­min­de­run­gen, die mit den dem § 3 Nr. 40 EStG zugrun­de lie­gen­den Betriebs­ver­mö­gens­meh­run­gen oder Ein­nah­men in wirt­schaft­li­chem Zusam­men­hang ste­hen, bei der Ermitt­lung der Ein­künf­te nur zur Hälf­te abge­zo­gen wer­den, und zwar unab­hän­gig davon, in wel­chem Ver­an­la­gungs­zeit­raum die Ein­nah­men anfal­len.

Betriebs­ver­mö­gens­min­de­run­gen im Jahr 2001 – und das Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren

Die­ses Abzugs­ver­bot gilt gemäß § 52 Abs. 8a EStG in der für das Streit­jahr 2001 gel­ten­den Fas­sung erst­mals für die Auf­wen­dun­gen, die mit Erträ­gen in wirt­schaft­li­chem Zusam­men­hang ste­hen, auf die § 3 Nr. 40 EStG erst­mals anzu­wen­den ist. § 3 Nr. 40 EStG ist nach § 52 Abs. 4a Nr. 1 EStG in der für das Streit­jahr 2001 maß­ge­ben­den Fas­sung erst­mals anzu­wen­den für Gewinn­aus­schüt­tun­gen, auf die bei der aus­schüt­ten­den Kör­per­schaft der durch Art. 3 des Geset­zes zur Sen­kung der Steu­er­sät­ze und zur Reform der Unter­neh­mens­be­steue­rung (StSenkG 2001/​2002) vom 23.10.2000 1 auf­ge­ho­be­ne Vier­te Teil des KStG (Anrech­nungs­ver­fah­ren) nicht mehr anzu­wen­den ist. Die Vor­schrif­ten des frü­he­ren Anrech­nungs­ver­fah­rens sind gemäß § 34 Abs. 10a Satz 1 Nr. 1 des KStG i.d.F. des StSenkG 2001/​2002 (KStG 2001) letzt­mals für offe­ne Gewinn­aus­schüt­tun­gen anzu­wen­den, die in dem ers­ten Wirt­schafts­jahr erfol­gen, für das das KStG 2001 erst­mals anzu­wen­den ist; dies ist das Jahr 2001 (§ 34 Abs. 1 KStG 2001).

Nach die­sen Anwen­dungs­re­ge­lun­gen gilt § 3 Nr. 40 EStG erst­mals für offe­ne Aus­schüt­tun­gen, die dem Gesell­schaf­ter im Jahr 2002 zuge­flos­sen sind. Dem­entspre­chend besteht ein die Anwen­dung des § 3c Abs. 2 EStG eröff­nen­der wirt­schaft­li­cher Zusam­men­hang i.S. von § 52 Abs. 8a EStG mit sol­chen Gewinn­aus­schüt­tun­gen auch erst für Auf­wen­dun­gen des Jah­res 2002. Für Auf­wen­dun­gen, die schon im Jahr 2001 ange­fal­len sind, besteht ein sol­cher Zusam­men­hang dage­gen grund­sätz­lich nicht 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 29. Novem­ber 2017 – X R 8/​16

  1. BGBl I 2000, 1433[]
  2. aus­führ­lich zum Gan­zen BFH, Urteil vom 27.03.2007 – VIII R 10/​06, BFHE 217, 502, BSt­Bl II 2007, 866[]