Betriebs­ver­pach­tung bei einem Auto­haus

Für die Aner­ken­nung einer gewerb­li­chen Betriebs­ver­pach­tung reicht es aus, wenn die wesent­li­chen, dem Betrieb das Geprä­ge geben­den Betriebs­ge­gen­stän­de ver­pach­tet wer­den. Wel­che Betriebs­ge­gen­stän­de in die­sem Sin­ne die wesent­li­chen Betriebs­grund­la­gen dar­stel­len, bestimmt sich nach den tat­säch­li­chen Umstän­den des Ein­zel­fal­les unter Berück­sich­ti­gung der spe­zi­fi­schen Ver­hält­nis­se des betref­fen­den Betriebs. Dabei ist maß­geb­lich auf die sach­li­chen Erfor­der­nis­se des Betriebs abzu­stel­len (sog. funk­tio­na­le Betrach­tungs­wei­se).

Betriebs­ver­pach­tung bei einem Auto­haus

In die­sem Zusam­men­hang bil­den bei einem “Auto­haus” (Han­del mit Neu- und Gebraucht­fahr­zeu­gen eines bestimm­ten Auto­mo­bil­fa­bri­kan­ten ein­schließ­lich ange­schlos­se­nem Werk­statt­ser­vice) das spe­zi­ell für des­sen Betrieb her­ge­rich­te­te Betriebs­grund­stück samt Gebäu­den und Auf­bau­ten sowie die fest mit dem Grund und Boden ver­bun­de­nen Betriebs­vor­rich­tun­gen im Regel­fall die allei­ni­gen wesent­li­chen Betriebs­grund­la­gen. Dem­ge­gen­über gehö­ren die beweg­li­chen Anla­ge­gü­ter, ins­be­son­de­re die Werk­zeu­ge und Gerä­te, regel­mä­ßig auch dann nicht zu den wesent­li­chen Betriebs­grund­la­gen, wenn die­se im Hin­blick auf die Grö­ße des “Auto­hauses” ein nicht unbe­trächt­li­ches Aus­maß ein­neh­men.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 11. Okto­ber 2007 – X R 39/​04