Bewer­tung eines Spe­zi­al­ge­wer­be­ob­jekts – und die Sach­kun­de des Gerichts

Bei der Her­lei­tung einer unter­stell­ten Min­dest­be­wer­tung für ein Spe­zi­al­ge­wer­be­ob­jekt (hier: mit dem Fak­tor 18, 5 der Jah­res­kalt­mie­te) han­delt es sich nicht um eine all­ge­mein bekann­te Tat­sa­che, son­dern um eine Bewer­tungs­fra­ge, deren Beant­wor­tung auf­grund der Kom­ple­xi­tät von Wert­ermitt­lun­gen bei Spe­zi­al­ge­wer­be­im­mo­bi­li­en beson­de­re, bran­chen­be­zo­ge­ne Sach­kun­de vor­aus­setzt.

Bewer­tung eines Spe­zi­al­ge­wer­be­ob­jekts – und die Sach­kun­de des Gerichts

Dem Gericht drängt sich des­halb in sol­chen Fäl­len regel­mä­ßig die Ein­ho­lung eines Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens zu dem kon­kre­ten Objekt auf.

Von der Ein­ho­lung eines Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens abse­hen kann das Finanz­ge­richt nur dann, wenn es aus­nahms­wei­se selbst über die nöti­ge Sach­kun­de ver­fügt und die­se in den Ent­schei­dungs­grün­den dar­legt [1].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 11. Mai 2017 – IX B 23/​17

  1. z.B. BFH, Urteil vom 16.12 2015 – IV R 18/​12, BFHE 252, 408, BStBl II 2016, 346, m.w.N.[]