Bewir­tungs­kos­ten von der Steu­er abset­zen – wann das Finanz­amt die Zeche zahlt

Wenn Sie zur Kun­den­pfle­ge oder zum Aus­bau von Geschäfts­be­zie­hun­gen aus betrieb­li­chen Grün­den zum Geschäfts­es­sen ein­la­den, kön­nen Sie die Bewir­tungs­kos­ten nach § 4 Abs. 5 Nr. 2 Satz 1 EStG von der Steu­er abset­zen. Aller­dings sind nur 70 Pro­zent der Kos­ten abzugs­fä­hig. Damit das Finanz­amt die Bewir­tungs­kos­ten steu­er­lich aner­kennt, sind ein paar Regeln zu beach­ten.

Bewir­tungs­kos­ten von der Steu­er abset­zen – wann das Finanz­amt die Zeche zahlt

Bele­ge für Bewir­tungs­kos­ten geson­dert able­gen

Frau und Mann beim Abendessen im Restaurant
Bild: © juniart – Fotolia.com

Bele­ge für die Bewir­tungs­kos­ten soll­ten Sie für das Finanz­amt unter kei­nen Umstän­den unter Wer­bungs­kos­ten able­gen und ein­rei­chen. Sonst erkennt der Sach­be­ar­bei­ter die abzugs­fä­hi­gen Auf­wen­dun­gen für Geschäfts­es­sen nicht an. Eine Ver­bu­chung auf einem Son­der­kon­to aus­schließ­lich für Bewir­tungs­kos­ten ist daher ein unbe­ding­tes Muss. Tipps für die ent­spre­chen­de Soft­ware erhal­ten Sie hier (http://www.lexware.de/buchhaltung-und-steuern/bewirtungskosten-zehn-steuertipps-fuer-geschaeftsessen-und-betriebsfest).

Im Restau­rant auf maschi­nel­ler Quit­tung bestehen

Hand­schrift­li­che Quit­tun­gen wer­den in der Regel von den Finanz­be­hör­den nicht aner­kannt, ver­lan­gen Sie daher im Lokal des Geschäfts­es­sens eine maschi­nell erstell­te Rech­nung. Soll­te das Lokal Ihrer Wahl über der­ar­ti­ge Mit­tel nicht ver­fü­gen, bit­ten Sie den Wirt um sei­ne Unter­schrift auf der Quit­tung und eine schrift­li­che Erklä­rung. Zudem ist jeder ein­zel­ne Pos­ten, den Ihre Geschäfts­part­ner oder poten­ti­el­len Kun­den ver­zehrt haben, fein säu­ber­lich auf­zu­lis­ten. Hat zum Bei­spiel Ihre Schwie­ger­mut­ter mit am Tisch geses­sen und am Essen teil­ge­nom­men, zie­hen Sie die Kos­ten für ihren Ver­zehr von vorn­her­ein ab. Das hin­dert den Finanz­sach­be­ar­bei­ter dar­an miss­trau­isch zu wer­den und rückt Sie als steu­er­ehr­lich in ein güns­ti­ges Licht.

Adres­se und sämt­li­che Pos­ten im Detail benen­nen

Ach­ten Sie auf Detail­ge­nau­ig­keit und schrei­ben Sie lie­ber einen Pos­ten zu viel als zu wenig auf. Dazu gehö­ren Name und voll­stän­di­ge Adres­se der besuch­ten Loka­li­tät. „Grie­che am Markt, Klein­kle­ckers­dorf“ reicht nicht aus, son­dern „Athos, Restau­rant für grie­chi­sche Spe­zia­li­tä­ten, Am Markt 7, 007 Klein­kle­ckers­dorf“ stellt das Finanz­amt zufrie­den. Sämt­li­che Spei­sen ein­schließ­lich des letz­ten Piz­za­bröt­chens mit Kräu­ter­but­ter ist ein­zeln auf­zu­lis­ten. Trink­gel­der soll­ten Sie eben­falls zeit­nah noch im Lokal direkt auf der Quit­tung bzw. Rech­nung ver­mer­ken. Zeit­nä­he ist ein wei­te­rer Aspekt, der beim Finanz­amt gut ankommt.

Auf die Ange­mes­sen­heit der Bewir­tung ach­ten

Ach­ten Sie auf die Ange­mes­sen­heit der Bewir­tungs­kos­ten. Dabei inter­pre­tiert das Finanz­amt „ange­mes­sen“ im Ein­zel­fall pas­send zum Pro­fil Ihres Unter­neh­mens sowie Ihrer Kun­den und Geschäfts­part­ner. So müs­sen Sie mit dem Ver­tre­ter eines inter­na­tio­nal renom­mier­ten Unter­neh­mens nicht in der Imbiss­bu­de an der Ecke spei­sen, son­dern dür­fen durch­aus Bewir­tungs­kos­ten im Ster­ne-Restau­rant abzie­hen. Ungern sehen Finanz­äm­ter Geschäfts­es­sen in über­teu­er­ten Nacht­clubs und ähn­li­chen Eta­blis­se­ments und leh­nen dort getä­tig­te Aus­ga­ben als Bewir­tungs­kos­ten regel­mä­ßig ab. Fin­den Sie bei einem Geschäfts­es­sen den Mit­tel­weg zwi­schen über­zo­gen und all­zu beschei­den, betrei­ben Sie posi­ti­ve Image­pfle­ge und stel­len gleich­zei­tig das Finanz­amt zufrie­den.