Bilan­zie­ren­de Frei­be­ruf­ler

Frei­be­ruf­lich Täti­ge kön­nen ihre steu­er­pflich­ti­gen Ein­künf­te durch eine Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung (§ 4 Abs. 3 EStG) ermit­teln, wäh­rend Gewer­be­trei­ben­de bilan­zie­ren (§ 4 Abs. 1 EStG) müs­sen. Nun kann ein Frei­be­ruf­ler aller­dings statt einer Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung eben­falls eine Bilanz auf­stel­len. Will er dies, so hat er nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs aller­dings eini­ge Vor­aus­set­zun­gen zu erfül­len:

Bilan­zie­ren­de Frei­be­ruf­ler

Der Steu­er­pflich­ti­ge hat danach sein Wahl­recht auf Gewinn­ermitt­lung durch Bestands­ver­gleich erst dann wirk­sam aus­ge­übt, wenn er zeit­nah eine Eröff­nungs­bi­lanz auf­stellt, eine ord­nungs­mä­ßi­ge kauf­män­ni­sche Buch­füh­rung ein­rich­tet und auf­grund von Bestands­auf­nah­men einen Abschluss macht. Geschieht dies nicht, bleibt es bei der Ver­pflich­tung zur Gewinn­ermitt­lung durch eine Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 19. Okto­ber 2005 – XI R 4/​04