Bilan­zie­rung von Treu­hand­ver­hält­nis­sen

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs liegt ein Treu­hand­ver­hält­nis nur dann vor, wenn die mit der recht­li­chen Eigen­tü­mer- bzw. Inha­ber­stel­lung ver­bun­de­ne Ver­fü­gungs­macht des Treu­hän­ders in sol­chem Umfang zu Guns­ten des Treu­ge­bers ein­ge­schränkt ist, dass das recht­li­che Eigen­tum bzw. die recht­li­che Inha­ber­schaft als "lee­re Hül­le" erscheint 1.

Bilan­zie­rung von Treu­hand­ver­hält­nis­sen

Der Treu­ge­ber muss das Treu­hand­ver­hält­nis beherr­schen, und zwar nicht nur nach den mit dem Treu­hän­der getrof­fe­nen Abspra­chen, son­dern auch bei deren tat­säch­li­chem Voll­zug 2. Es muss zwei­fels­frei erkenn­bar sein, dass der Treu­hän­der aus­schließ­lich für Rech­nung des Treu­ge­bers han­delt.

Wesent­li­ches und im Grund­satz unver­zicht­ba­res Merk­mal einer sol­chen Beherr­schung ist eine Wei­sungs­be­fug­nis des Treu­ge­bers ‑und damit kor­re­spon­die­rend die Wei­sungs­ge­bun­den­heit des Treu­hän­ders- in Bezug auf die Behand­lung des Treu­guts 3.

Zudem muss der Treu­ge­ber berech­tigt sein, jeder­zeit die Rück­ga­be des Treu­guts zu ver­lan­gen, wobei die Ver­ein­ba­rung einer ange­mes­se­nen Kün­di­gungs­frist unschäd­lich ist.

Die Ver­ein­ba­rung eines Treu­hand­ent­gelts ist kei­ne not­wen­di­ge Bedin­gung, kann aber ein Anzei­chen für das Vor­lie­gen eines Treu­hand­ver­hält­nis­ses sein. Schließ­lich kommt bei der Fra­ge nach der Durch­füh­rung einer Treu­hand­ver­ein­ba­rung der bilan­zi­el­len Behand­lung des Treu­guts indi­zi­el­le Bedeu­tung zu 4.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 26. Febru­ar 2014 – I R 12/​14

  1. z.B. BFH, Urteil vom 24.11.2009 – I R 12/​09, BFHE 228, 195, BSt­Bl II 2010, 590, m.w.N.[]
  2. z.B. BFH, Urteil in BFHE 228, 195, BSt­Bl II 2010, 590[]
  3. BFH, Urteil in BFHE 228, 195, BSt­Bl II 2010, 590[]
  4. BFH, Urteil in BFHE 228, 195, BSt­Bl II 2010, 590, m.w.N.[]
  5. vgl. BVerwG, Urteil vom 14.12 2016 – 1 C 11.15[]