Das Grund­stück als wesent­li­che Betriebs­grund­la­ge in der Betriebs­auf­spal­tung

Es ent­spricht der gefes­tig­ten Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs, dass eine wesent­li­che Betriebs­grund­la­ge im Sin­ne der zur Betriebs­auf­spal­tung ent­wi­ckel­ten Grund­sät­ze dann vor­liegt, wenn das über­las­se­ne Grund­stück für die Betriebs­ge­sell­schaft wirt­schaft­lich von nicht nur gerin­ger Bedeu­tung ist. Dies setzt nicht zwin­gend vor­aus, dass die Betriebs­füh­rung durch die Lage des Grund­stücks bestimmt wird oder das Grund­stück auf die Bedürf­nis­se des Betriebs zuge­schnit­ten bzw. es für Zwe­cke des Betriebs­un­ter­neh­mens her­ge­rich­tet oder gestal­tet wor­den ist.

Das Grund­stück als wesent­li­che Betriebs­grund­la­ge in der Betriebs­auf­spal­tung

Viel­mehr wird eine sach­li­che Ver­flech­tung bereits dann begrün­det, wenn fest­steht, dass das Betriebs­un­ter­neh­men aus inner­be­trieb­li­chen Grün­den ohne ein Grund­stück die­ser Art den Betrieb nicht fort­füh­ren könn­te [1]. Not­wen­dig für das Vor­lie­gen einer wesent­li­chen Betriebs­grund­la­ge ist allein, dass das Grund­stück die räum­li­che und funk­tio­na­le Grund­la­ge für die Geschäfts­tä­tig­keit der Betriebs­ge­sell­schaft bil­det und es ihr ermög­licht, ihren Geschäfts­be­trieb aus­zu­üben [2].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 16. Febru­ar 2012 – X B 99/​10

  1. BFH, Urtei­le in BFHE 171, 476, BStBl II 1993, 718; vom 27.08.1998 – III R 96/​96, BFH/​NV 1999, 758; vom 23.05.2000 – VIII R 11/​99, BFHE 192, 474, BStBl II 2000, 621; und vom 23.01.2001 – VIII R 71/​98, BFH/​NV 2001, 894[]
  2. BFH, Urtei­le vom 19.03.2002 – VIII R 57/​99, BFHE 198, 137, BStBl II 2002, 662; vom 11.02.2003 – IX R 43/​01, BFH/​NV 2003, 910; vom 13.07.2006 – IV R 25/​05, BFHE 214, 343, BStBl II 2006, 804; und vom 18.09.2002 – X R 4/​01, BFH/​NV 2003, 41[]