Der Arbeits­ver­trag mit der Schwä­ge­rin

Die Schwä­ge­rin ist gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 3 AO eine Ange­hö­ri­ge des Klä­gers 1. Bei Ver­trä­gen zwi­schen nahen Ange­hö­ri­gen ist anhand der Gesamt­heit der objek­ti­ven Gege­ben­hei­ten zu prü­fen, ob sie durch die Ein­kunfts­er­zie­lung (§ 4 Abs. 4, § 9 Abs. 1 EStG) ver­an­lasst oder durch pri­va­te Zuwen­dungs- oder Unter­halts­über­le­gun­gen (§ 12 Nr. 1 und 2 EStG) moti­viert sind.

Der Arbeits­ver­trag mit der Schwä­ge­rin

Eine Ver­an­las­sung durch die Ein­kunfts­er­zie­lung setzt vor­aus, dass die ver­trag­li­chen Haupt­pflich­ten klar und ein­deu­tig ver­ein­bart sowie ent­spre­chend dem Ver­ein­bar­ten durch­ge­führt wer­den. Gering­fü­gi­ge Abwei­chun­gen ein­zel­ner Sach­ver­halts­merk­ma­le vom Übli­chen schlie­ßen die steu­er­recht­li­che Aner­ken­nung des Ver­trags­ver­hält­nis­ses nicht zwin­gend aus; viel­mehr sind ein­zel­ne Kri­te­ri­en des Fremd­ver­gleichs im Rah­men der gebo­te­nen Gesamt­be­trach­tung unter dem Gesichts­punkt zu wür­di­gen, ob sie den Rück­schluss auf eine pri­vat ver­an­lass­te Ver­ein­ba­rung zulas­sen 2.

Nach dem BFH, Urteil vom 21.01.1999 3 braucht die vom Arbeit­neh­mer zu erbrin­gen­de Arbeits­leis­tung nicht in ihren Ein­zel­hei­ten schrift­lich fest­ge­legt zu sein. Die betrieb­li­che Ver­an­las­sung der Ver­gü­tun­gen auf­grund eines Arbeits­ver­tra­ges mit einem Ange­hö­ri­gen hängt aber davon ab, dass der Arbeit­neh­mer die geschul­de­te Arbeits­leis­tung nach­weis­bar erbringt; ande­ren­falls fehlt es an der tat­säch­li­chen Durch­füh­rung des Ver­tra­ges. Der erfor­der­li­che Nach­weis, dass der Ange­hö­ri­ge tat­säch­lich Arbeits­leis­tun­gen in dem ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Umfang erbracht hat, obliegt dem Steu­er­pflich­ti­gen und kann nicht nur mit Stun­den­zet­teln oder ande­ren Arbeits­zeit­nach­wei­sen geführt wer­den 4.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 13. Mai 2015 – III R 59/​13

  1. vgl. auch BFH, Urteil vom 07.05.1996 – IX R 69/​94, BFHE 180, 377, BSt­Bl II 1997, 196, betref­fend Miet­ver­hält­nis zwi­schen Ver­schwä­ger­ten[]
  2. BFH, Urteil vom 17.07.2013 – X R 31/​12, BFHE 242, 209, BSt­Bl II 2013, 1015[]
  3. BFh, Urteil vom 21.01.1999 – IV R 15/​98, BFH/​NV 1999, 919[]
  4. BFH, Urteil in BFHE 242, 209, BSt­Bl II 2013, 1015, Rz 39 ff.[]