Der Old­ti­mer im Betriebs­ver­mö­gen

Die Kos­ten für einen 30 Jah­re alten Jagu­ar E‑Type sind kei­ne Betriebs­aus­ga­ben, son­dern unan­ge­mes­se­ne Reprä­sen­ta­ti­ons­auf­wen­dun­gen, meint das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg.

Der Old­ti­mer im Betriebs­ver­mö­gen

Das Finanz­ge­richt hat damit die Kos­ten für einen Jagu­ar E‑Type, Bau­jahr 1973, nicht zum steu­er­li­chen Abzug zuge­las­sen. Nach Auf­fas­sung des Gerichts sind die Betriebs­aus­ga­ben als unan­ge­mes­se­ne Reprä­sen­ta­ti­ons­auf­wen­dun­gen nicht abzugs­fä­hig. Der mit einem his­to­ri­schen Kenn­zei­chen („H“) zuge­las­se­ne Old­ti­mer wur­de in den Jah­ren 2004 und 2005 aus­schließ­lich betrieb­lich genutzt. Dabei wur­de er vier­mal zu Kun­den­be­su­chen ein­ge­setzt und dabei ins­ge­samt 539 km gefah­ren. Sons­ti­ge Fahr­ten dien­ten dem Tan­ken, TÜV-Abnah­me und der Inspek­ti­on. Das Finanz­amt ließ die Kos­ten die­ses Fahr­zeugs nicht zum Abzug zu. Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge war erfolg­los.

Nach Auf­fas­sung des Finanz­ge­richts Baden-Würt­tem­berg sind die Auf­wen­dun­gen für den Old­ti­mer auf­grund von § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG nicht als Betriebs­aus­ga­ben abzugs­fä­hig. Nach die­ser Vor­schrift dür­fen Auf­wen­dun­gen für Jagd und Fische­rei, für Segel­jach­ten oder Motor­jach­ten sowie für ähn­li­che Zwe­cke den Gewinn nicht min­dern.

Das Gericht sah die Nut­zung des Old­ti­mers als "ähn­li­chen Zweck" an, da er eine ver­gleich­ba­re Nähe zur pri­va­ten Lebens­füh­rung auf­weist wie die übri­gen in die­ser Vor­schrift genann­ten Auf­wen­dun­gen. Ohne den betrieb­li­chen Bezug ist die Nut­zung eines Jagu­ars E‑Type, Bau­jahr 1973 der Frei­zeit­ge­stal­tung zuzu­rech­nen. Ein sol­ches Fahr­zeug bie­tet nicht den Kom­fort und den Sicher­heits­stan­dard eines Neu­wa­gens, ist aber geeig­net, infol­ge sei­nes äuße­ren Erschei­nungs­bil­des als Pro­to­typ eines Sport­wa­gens, sei­ner Moto­ri­sie­rung, der Sel­ten­heit im heu­ti­gen Stra­ßen­bild sowie sei­nes Alters ein Affek­ti­ons­in­ter­es­se beim Hal­ter aus­zu­lö­sen. Nach Über­zeu­gung des Gerichts ist es geeig­net, Geschäfts­freun­de zu unter­hal­ten oder pri­va­ten Nei­gun­gen nach­zu­ge­hen.

Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 28. Febru­ar 2011 – 6 K 2473/​09
[nicht rechts­kräf­tig: Revi­si­on beim Bun­des­fi­nanz­hof – I B 42/​11]