Die Preis­gel­der eines Archi­tek­ten

Preis­gel­der eines frei­be­ruf­lich täti­gen Archi­tek­ten gehö­ren nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Müns­ter zu des­sen steu­er­pflich­ti­gen Betriebs­ein­nah­men, wenn die Preis­ver­lei­hung betriebs­be­zo­gen ist und das Preis­geld wirt­schaft­lich den Cha­rak­ter eines leis­tungs­be­zo­ge­nen Ent­gelts hat.

Die Preis­gel­der eines Archi­tek­ten

Die Klä­ger, Gesell­schaf­ter einer Archi­tek­ten-GbR, erhiel­ten für die Pla­nung und Betreu­ung bereits abge­schlos­se­ner Bau­pro­jek­te anläss­lich zwei ver­schie­de­ner Archi­tek­ten­wett­be­wer­be Preis­gel­der. Die Klä­ger gin­gen davon aus, die Preis­gel­der gehör­ten nicht zu den Ein­nah­men aus frei­be­ruf­li­cher Tätig­keit.

Das Finanz­ge­richt Müns­ter sah die Preis­gel­der dage­gen wie zuvor bereits das Finanz­amt als betrieb­lich ver­an­lass­te Ein­nah­men an. Bei den Wett­be­wer­ben sei­en typi­sche Berufs­leis­tun­gen eines Archi­tek­ten erbracht wor­den, die im sach­li­chen und wirt­schaft­li­chen Zusam­men­hang mit dem Betrieb der Klä­ger gestan­den hät­ten. Die erst nach­träg­li­che Prä­mie­rung sei unbe­acht­lich. Durch die Teil­nah­me an den Archi­tek­tur­wett­be­wer­ben sei die bereits erbrach­te Arbeit wei­ter aus­ge­nutzt wor­den. Anhalts­punk­te für eine preis­do­tier­te Wür­di­gung des Lebens­werks oder des Gesamt­schaf­fens der Klä­ger lägen nicht vor, allein die­se hät­ten aber zur begehr­ten Steu­er­frei­heit geführt.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 16. Sep­tem­ber 2009 – 10 K 4647/​07 F