Die erst im Revi­si­ons­ver­fah­ren vor­ge­leg­te Voll­macht – und ihre Rück­wir­kung

Eine im Revi­si­ons­ver­fah­ren nach­ge­reich­te Voll­macht geneh­migt sowohl die Revi­si­ons­ein­le­gung als auch die Erhe­bung der Kla­ge. Sie wirkt bis ins Ein­spruchs­ver­fah­ren zurück.

Die erst im Revi­si­ons­ver­fah­ren vor­ge­leg­te Voll­macht – und ihre Rück­wir­kung

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs reicht eine in der nächs­ten Instanz nach­ge­reich­te Voll­macht aus, um die Vor­aus­set­zun­gen des § 62 Abs. 6 FGO zu erfül­len. Sie wirkt als Geneh­mi­gung zumin­dest dann zurück, wenn über das Begeh­ren zuvor sach­lich ent­schie­den und es nicht man­gels Voll­macht als unzu­läs­sig zurück­ge­wie­sen wur­de 1.

Das gilt auch bei Ein­le­gung eines Rechts­mit­tels, soweit noch nicht ein das Rechts­mit­tel als unzu­läs­sig ver­wer­fen­des Pro­zes­sur­teil vor­liegt 2.

So auch in dem hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall: Die auf den Hin­weis der Senats­vor­sit­zen­den nach­ge­reich­te Pro­zess­voll­macht geneh­migt damit rück­wir­kend die Revi­si­ons­ein­le­gung wie auch die Erhe­bung der Kla­ge. Glei­ches gilt für das Ein­spruchs­ver­fah­ren.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 10. Okto­ber 2017 – X R 1/​16

  1. vgl. BFH, Urtei­le vom 17.02.1995 – VI R 41/​92, BFHE 177, 105, BSt­Bl II 1995, 390; vom 12.09.1991 – V R 76/​90, BFH/​NV 1992, 363; vom 04.07.1984 – II R 188/​82, BFHE 142, 3, BSt­Bl II 1984, 831[]
  2. vgl. GmS-OBG, Beschluss vom 17.04.1984 – GmS-OGB 2/​83, HFR 1984, 389, Rz 13, m.w.N.[]